Eigentlich war das ganze ja anders geplant. Eigentlich hätte ich gestern zu Mittag am Start bei der Sprintdistanz des Tulln Triathlon stehen sollen. Eigentlich…

Vor drei Monaten habe ich entschieden, beim Tulln Triathlon nicht teilzunehmen. Ich war zu oft krank und konnte deshalb nicht so trainieren wie ich es für meinen ersten Triathlon tun wollte. Und meine Schwimmfortschritte waren nicht so groß, dass ich mich mit den anderen ins Wasser gewagt hätte. Ich kann zwar mittlerweile kraulen, aber nur für kurze Distanzen.

Und trotzdem war ich mit dabei. Oder eher mittendrin. 😉 Ich war nämlich als Helferin in der Wechselzone unterwegs! Und ja, das kann man wirklich als mittendrin betrachten. Dort begegnet man nämlich allen Athlet*innen vor, während und nach dem Bewerb mehrfach. Und das war für mich wahnsinnig schön.

Klar, zwischendurch war ich ein bisschen traurig, dass ich mich gegen eine Teilnahme entschieden habe – vor allem, weil ich mittlerweile denke, ich hätte es schon irgendwie geschafft. Aber das war dann gestern nebensächlich.

Bei einem Sportbewerb wie dem Tulln Triathlon zu helfen zeigt einem erst, was bei so einem Bewerb alles zu tun ist. Als Teilnehmerin geht man hin, macht sein Ding, freut sich (hoffentlich) und feiert dann ein wenig. Zwischendurch meckert man vielleicht über irgendwas, was die Veranstalter*innen „besser“ machen könnten und dann fährt man nach Hause. Als Helfer*in wird einem erst das ganze Rundherum klar und man lernt, das alles mehr zu schätzen.

Etwa 100 Helfer*innen gab es beim Triathlon gestern, beim Kinderbewerb vorgestern und auch im Vorfeld – teilweise monatelang. Ohne Helfer*innen wäre so ein Bewerb nicht machbar. Denn eines ist klar: Die Veranstalter*innen eines Bewerbes machen das nicht, weil es so lukrativ ist, sondern weil sie anderen Athlet*innen einen feinen Tag organisieren wollen. Okay, bei so vielen anderen Bewerben hab ich noch nicht geholfen, aber beim Tulln Triathlon ist es zumindest so.

Das Motto „Von Athlet*innen für Athlet*innen“ wird während des gesamten Bewerbes deutlich. Ich habe den Eindruck, dass die Veranstalter*innen hier besonders auf Dinge Wert legen, die ihnen bei anderen Bewerben als Teilnehmer*innen negativ aufgefallen sind. Sei es die Radstrecke, die durchgehend gesperrt ist, was bei vielen Triathlons nicht so ist. Oder die örtlich gut gewählten Labstationen. Oder die sehr schöne Location von Start und Ziel im Tullner Aubad. Oder die sinnvollen und schönen Goodies, die man für sein Nenngeld bekommt! Zum Vergleich: Der Vienna City Marathon ist um einiges teurer und man bekommt ein Startsackerl mit Broschüren, mehr nicht. Auch Essen ist nicht bei allen Bewerben für die Athlet*innen dabei, auch wenn ich persönlich kein Fan von Käsekrainer nach einer sportlichen Betätigung bin. 😀 Die klassische Pasta gab es aber auch und die hat sehr gut ausgeschaut – gekostet hab ich sie aber histaminbedingt nicht. 😉

Am Ende gab es heuer erstmals eine Tombola mit wirklich coolen Preisen – der große Preis war immerhin eine Garmin-Triathlonuhr. Nur das spannungsgeladene Verlosen kann bis nächstes Jahr ein wenig geübt werden. 😉

Ich hatte als Helferin jedenfalls einen spaßigen und feinen Tag, weil die ganze Veranstaltung sehr familiär ist. Auch die Technical Officials, die bei nicht-regelkonformem Verhalten strafen, haben angemerkt, wie rücksichtsvoll alle miteinander umgehen auf der Strecke – und das ist leider auch nicht immer so.
Ich hatte allgemein den Eindruck, dass die Athlet*innen sehr entspannt, aber natürlich auch ambitioniert waren. Anders kann ich mir nicht erklären, dass jemand erst die olympische und dann noch die Sprintdistanz macht und letzter sogar noch gewinnt. 😀

Wenn ich als Helferin schon so viel Spaß hatte, glaube ich, dass es den meisten Teilnehmer*innen nicht anders ging. Ich habe jedenfalls viele neue Leute kennengelernt und gespannt mitgefiebert, wer wann ins Ziel kommt.
Außerdem habe ich in der Wechselzone einige erfahrene Triathlet*innen beobachtet und für mich neue Tipps und Tricks mit nach Hause genommen. Auch den Start im Wasser hab ich genau beobachtet und gefilmt, um einen für mich Nicht-Wasserratte geeigneten Startplatz zu finden, wo ich nicht mit Füßen getreten werde – wobei das gestern zumindest aus der Distanz betrachtet nicht so wild ausgeschaut hat, weil genügend Platz war.

Einen ganzen Sonntag als Freiwillige mitzuhelfen ist natürlich auch anstrengend. Langes Stehen in der Hitze und das Hin- und Hergehen machen schon müde. Aber die Freude darüber, die Athlet*innen zu beobachten, wie sie erst aufgeregt, dann glücklich und dann müde in die Wechselzone kommen, gleicht das aus. Es war jedenfalls ein schöner Tag an der frischen Luft umgeben von tollen Leuten – was will man mehr?

Übrigens ist auch „nur“ Anfeuern kommen bei einem Sportbewerb immer wunderbar. Als Teilnehmerin weiß ich, wie viel Kraft so ein „Wooohooooooo, super!“ einem geben kann. 😀

Warst du auch schon mal beim Tulln Triathlon dabei? Dann hinterlass doch gerne einen Kommentaren mit deinen Eindrücken. 🙂

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