Es ist an der Zeit, es mir einzugestehen… Der Sprint-Triathlon am 2. Juni wird nichts. Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich in elf Wochen fit genug sein soll, und war seit ein paar Wochen sehr unsicher deshalb. Gestern war es dann so weit…

Gestern habe ich mich für den Frauenlauf, der eine Woche vor dem Tulln-Triathlon  stattfindet, angemeldet und sehr lange überlegt, ob ich fünf oder zehn Kilometer laufen soll. Schlussendlich habe ich mich für die fünf Kilometer entschieden, weil ich im Moment gerade erst am Wiederaufbau meiner Grundlagenausdauer bin und für die zehn Kilometer schlichtweg zu lange brauchen würde. Bei der Zielzeit habe ich 33 Minuten angegeben. Letztes Jahr habe ich dafür 36 Minuten gebraucht.

Das Ganze hat mich zum Grübel gebracht. Wie kann ich eine Woche vorm Tulln-Triathlon bei einem Fünf-Kilometer-Bewerb 33 Minuten Zielzeit angeben? Beim Triathlon muss ich vor dem Laufen 750 Meter Schwimmen und 20 Kilometer Rad fahren und sollte dann für die fünf Kilometer trotzdem nicht viel länger als diese 33 Minuten brauchen.

Das geht sich nicht aus. Nie! Um das zu ändern sind elf Wochen noch dazu etwas kurz…

Krankheitsbedingt habe ich weit weniger trainiert als geplant. Ich war immerhin kein einziges Mal in den letzten Monaten Radfahren – auch nicht am Ergometer. Jedes Mal, wenn ich wieder fit war, war ich froh, überhaupt Sport machen zu können und habe das Radfahren ignoriert. Das bereue ich jetzt. Ich habe noch nie ein Koppeltraining gemacht. Gut, das kann ich in elf Wochen noch machen, aber die Kondition fliegt mir dadurch auch nicht zu.

Ein weiteres – und aus meiner Sicht größeres – Problem ist das Schwimmen. Ich trainiere wirklich brav und im Vergleich zum Anfang meines Schwimmtrainings, als ich Panik hatte, mit der Nase unter Wasser zu gehen, habe ich große Fortschritte gemacht – und darauf bin ich sehr stolz. Für einen Triathlon reicht das aber noch nicht. Und zwar nicht, weil ich noch mit dem Kraulen kämpfe und mit Mühe und Not 50 Meter Kraueln am Stück schaffe. Im Notfall könnte ich ja auch den ganzen Bewerb lang Brustschwimmen.
Nein, das größere Problem ist, dass ich mich beim Schwimmen noch so unsicher fühle, dass ich allein beim Gedanken an all die anderen Teilnehmer*innen Panik bekomme. Ich stelle mir vor, dass um mich herum lauter Füße und Hände auf mich zukommen und das ist laut Triathlet*innen in meinem Umfeld überaus wahrscheinlich, auch wenn in Tulln beim Sprint sicherlich weniger Leute starten als bei anderen Bewerben. Während des letzten Schwimmtrainings habe ich genau darüber nachgedacht, was dazu geführt hat, dass ich mich mitten während des Schwimmens im Pool hinstellen musste, weil ich panisch geworden bin. Eher subotimal, wenn mir das im See passiert…
Ich könnte zwar schauen, dass ich als Letzte starte und alle mal ein wenig vorschwimmen lasse, aber das wird dann mit der vorgegebenen Maximalzeit fürs Schwimmen sehr eng.

So macht ein Triathlon keinen Sinn. Ich muss akzeptieren, dass ich erst noch alle Disziplinen besser trainieren muss, bevor ein Bewerb möglich ist. Es macht keinen Sinn, im Tullner Aubad aus dem Wasser gerettet werden zu müssen. Dadurch wird meine Angst beim Schwimmen, die mittlerweile sehr viel besser geworden ist, definitiv nicht kleiner.

Als ich mich für den Halbmarathon vorbereitet habe, lag mein Fokus ganz darauf. Ich habe von nichts anderem geredet, war bei fast jedem Wetter laufen (nur bei -16°C habe ich mal ausgelassen) und habe es geschafft, vier Einheiten pro Woche einzubauen – trotz Vollzeitarbeit.
Beim Sprint-Triathlon war das anders. Es hat wohl einen Grund, dass ich mich noch immer nicht angemeldet habe. Einerseits war ich in den letzten Monaten zu oft krank, um wirklich gut trainieren zu können. Andererseits war ich auch zu unfokussiert, was sicherlich damit zu tun hat, dass ich einige wichtige neue Dinge im Kopf habe, die auch meine Aufmerksamkeit brauchen.

Deshalb kam gestern die Entscheidung: Das wird nix. Mein erster Sprint-Triathlon wird verschoben. Das macht mich zwar traurig, gleichzeitig fühle ich mich aber auch erleichtert, weil ich mir seit Wochen Sorgen deshalb gemacht habe. Was bleibt ist trotzdem das Gefühl, versagt zu haben.

Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben!

Das heißt jetzt nicht, dass ich nie einen Sprint-Triathlon mache. Nur im Juni wird es bei mir eben nichts. Ob ich einfach heuer einen späteren Sprint-Triathlon mache oder mich lieber gut auf nächstes Jahr vorbereite, überlege ich mir in den kommenden Wochen. Bis dahin wird auf jeden Fall fokussierter weitertrainiert. Zeit zum Trainieren habe ich ja. Und glücklicherweise naht der Frühling – da macht alles viel mehr Spaß. 🙂

Was sagst du zu meiner Entscheidung?

 

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