Am Freitag traf es mich unverhofft, als Patrick mir „Alles Liebe zum Jahrestag!“ wünschte. Erst war ich stutzig und ging alle möglichen Jahrestage durch, kam aber nicht darauf, was er meinte.

Dann sagte er: „Heute vor einem Jahr sind wir nach Neuseeland geflogen.“ Was? Ein Jahr ist seither vergangen? Wie kann das sein?

Darauf folgte natürlich die Facebookerinnerung mit dem Foto von uns am Flughafen in Wien. Seither bekomme ich fast jeden Tag wirklich schöne Erinnerungen auf Facebook präsentiert – einerseits ist das total schön, andererseits machen sie mich auch wehmütig und ich bekomme Fernweh. Wie kann unser Down Under-Abenteuer schon wieder ein Jahr her sein?

Wieso mich das so stutzig macht? Weil die Erinnerungen an Neuseeland und Australien noch so unglaublich präsent sind. Ich kann mich an so viel erinnern und träume immer wieder von Camping, Stränden, Wäldern und Gletschern. Das liegt sicherlich unter anderem daran, dass ich mich im Blog mit meinen Erfahrungen auseinandergesetzt habe und ich bei Gelegenheit immer wieder mal nachlesen kann. Vor allem liegt es aber daran, dass diese Reise mich verändert hat.

Nach Jahren, in denen ich zwar gelernt habe, auf nachhaltige Ernährung und körperliche Gesundheit zu achten, meine psychische Gesundheit aber für selbstverständlich genommen habe, haben mir die Reise und meine Bildungskarenz die Möglichkeit geboten, zur Ruhe zu kommen.

In der Arbeit habe ich alles gleichzeitig gemacht und habe mich von vielem stressen lassen. In der Bildungskarenz ging und geht es mir natürlich oft nicht anders – immerhin gewöhnt man sich solche Dinge nicht von heute auf morgen ab. Ich lerne aber gerade,  immer wieder inne zu halten und zu überlegen, welche Aufgaben wirklich wichtig sind und welche nicht. Ich versuche, Pausen zu machen, spazieren zu gehen und Kaffeehauspausen einzulegen.

Das alles ist für mich gar nicht einfach, immerhin habe ich das so nie gemacht.

Ich bin bereits während der Schulzeit und des Studiums nebenbei arbeiten gegangen, habe nie eine Auszeit gemacht, habe im Sommer entweder Schulpraktika gemacht oder einen Ferialjob gehabt, habe nach dem Studium direkt in der Jugendarbeit zu arbeiten begonnen und nebenbei einige Fortbildungen gemacht – so wie ganz viele andere Menschen natürlich auch. Ich bin da nichts besonderes. Und ich habe das alles sehr gerne gemacht! Das hier ist kein Meckerpost, keine Sorge. 😉

Obwohl ich immer sehr gerne arbeiten gegangen bin, konnte ich in der Bildungskarenz genießen, ohne Stress zu studieren, mich weiterzubilden und meine Freizeit zu genießen. Die Reise vor Start des Studiums bot mir die Möglichkeit, eine Pause zu machen und runter zu kommen, was wichtig war, um meine Gedanken zu ordnen und mein Hirn auszulüften. Klingt komisch, war aber genau so. 😀 Neuseeland war hierfür das perfekte Reiseziel.

Also ja, die Reise hat mich verändert. Und dafür bin ich dankbar!

Ich muss noch einiges lernen, insbesondere wenn es darum geht, meine verschiedenen Aufgaben ohne Stress unter einen Hut zu bringen. Wie gesagt: Ich bin erst am Anfang und es sind mittlerweile einige Aufgaben dazu gekommen, die gut mit einander kombiniert werden wollen. 😉

Wenn ich mal wieder merke, alles gleichzeitig machen zu wollen, denke ich an Neuseeland – meine Erinnerungen an die unendlich weite, ruhige Landschaft und die barfuß herumlaufenden, gemütlichen Kiwis ermöglichen es mir, tief durchzuatmen und zu entspannen.

Was hilft dir, im Alltag zu entspannen und zu fokussieren? Oder gelingt dir das schon immer gut? Erzähl mir gerne davon in den Kommentaren. 🙂

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