Ja, ich gebe es zu: Ich bin eine dieser Schönwetterläuferinnen. Ab einer gewissen Temperatur fällt es mir schwer, mich zum Laufen zu motivieren. Wenn es draußen nass ist, ist es schlichtweg unmöglich. Dabei laufe ich ja sehr gerne – sonst würd ich es ja auch nicht seit Jahren tun. 😀

Im Halbmarathontraining hat es mich auch bei grauslichem Wetter hinaus getrieben – aus Angst vor den 21 Kilometern, nicht aus Spaß an der Sache. Jetzt bleibe ich lieber zu Hause oder gehe schwimmen, wenn ich sehe, dass es regnet oder gar schneit.

Denn hier noch ein Geständnis, das einige nicht sonderlich überraschen wird: Ich mag den Winter nicht. Und zwar so gar nicht. Eigentlich beginnt meine Abneigung schon im Spätherbst.

Den frühen Herbst mit seinen bunten Blättern mag ich wahnsinnig gerne – nach einem heißen Sommer bietet er Abkühlung beim Laufen, die ich dankbar annehme.
Den Frühling mag ich besonders gerne – ich bin aber auch keine Heuschnupfengeplagte (Histamin reicht mir…).
Der Sommer ist zwar oft hinderlich beim Laufen, weil mir ab einer gewissen Uhrzeit zu heiß zum Laufen ist, aber mit frühem Aufstehen geht das schon.

Aber im Winter… Nun ja… Früh aufstehen bringt nichts, weil es dunkel ist und im Dunkeln alleine im Park laufen finde ich nicht sonderlich schlau. Dasselbe gilt natürlich für den Abend. Wobei Abend im Winter ja oft schon 16 Uhr bedeutet. Und dann ist da natürlich noch diese grauenvolle Kälte!

Ich mochte den Winter noch nie besonders. Ja, damals als Kind bei meiner Oma im Waldviertel fand ich den Schnee super. Es lag oft so viel Schnee, dass ich mit meiner Rodel gefühlte zehn Meter im Schnee versank und ans Rodeln dann gar nicht zu denken war. Aber ich konnte Schneeengel machen, Schneebälle herumwerfen und dem Schneegestöber vom Haus meiner Oma aus zuschauen.

Jetzt als Erwachsene fände ich den Schnee auch schön, würde ich in einer Holzhütte vor dem Kamin sitzen und Kakao mit Marshmallows trinken. Aber das ist nicht unbedingt Teil meines Alltags. Stattdessen führt Schnee in Wien unweigerlich nach wenigen Minuten zu Gatsch und grantigen Leuten – mir inklusive.

Bis vor meiner Bildungskarenz dachte ich ja, meine Winterabneigung hätte etwas mit meiner Arbeit zu tun. Vier Winter lang viel draußen zu arbeiten hat zwar sicherlich einen guten Teil zu meiner Abscheu beigetragen – nach einem Winter in Bildungskarenz weiß ich aber, dass das wohl vor allem eine prinzipielle Grundeinstellung von mir ist. 😉

Aber gut, mittlerweile liegt glücklicherweise schon ein wenig Frühling in der Luft – zumindest rede ich mir das ein. Bis er dann wirklich da ist versuche ich, meine winterdepressive Neigung mit Bewegung, frischer – grauslich kalter – Luft und Vitamin D-Tropfen (vom Hausarzt verschrieben mit den Worten „Brauchen wir eh alle im Winter.“) zu überstehen.

Heute war ich jedenfalls bei erträglichen sieben Grad laufen und das war schön. Zur Motivation hatte ich Musik dabei, was ich sonst nicht habe. Irgendeinen Vorteil muss es ja haben, eine Laufjacke mit Taschen an zu haben… 😉

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