Gestern stand ich ohne viel Training im Startblock des 5-Kilometer-Bewerbs des Frauenlaufs 2018 im Wiener Prater. Es hatte gefühlte hundert Grad und Sonnenschein. Ich glaub ja, dass es beim Frauenlauf noch nie schlechtes Wetter gab. Bestätigen kann ich es aber nur für die vergangenen vier Jahre, in denen ich mitgelaufen bin. 😉

Schon die Wetterprognose entschied über mein Laufoutfit: Kurze Hose, Sport-BH, Kapperl. Das Frauenlaufshirt trug ich nur für den Hin- und Rückweg, während des Laufs blieb es bei meiner supertollen Wettkampfbegleitung – meinem Verlobten Patrick.
Im ersten Jahr, als ich beim Frauenlauf teilnahm, machte ich den Fehler, ihn nicht mitzunehmen. Ich war mit Arbeitskolleginnen dort und dachte mir, dass das ausreicht. War aber nicht so… Seit dem Frauenlauf 2015 ist er immer dabei – ich bei seinen Wettkämpfen wenn möglich natürlich auch –  und hält meine Sachen, die ich immer dabei habe vor einem Lauf, die ich aber währenddessen natürlich nicht brauche:

  • Handdesinfektionsmittel für nach dem Dixiklo, Taschentücher für währenddessen.
  • Meine Glücksmarmeladesemmel für eine Stunde vor dem Start.
  • Sonnencreme.
  • Wasserflasche.
  • Bei kälteren Bewerben: Pulli für vor und nach dem Lauf.

Eine Wettkampfbegleitung ist natürlich nicht nur zur Vermeidung der Kleiderabgabe toll, sondern für die Nervosität vor dem Lauf und die Freude danach – inklusive Vorher-Nachher-Fotos.

Jemand, der dich entlang der Strecke anfeuert, tut einfach gut. Deshalb hatte ich ja auch beim Halbmarathon 2017 ein ganzes Supportteam! Beim Frauenlauf war das auf fünf Kilometern natürlich nicht notwendig. Patrick feuerte mich am Anfang und am Ende beim letzten Kilometer an, bevor wir uns bei unserem Treffpunkt nachher trafen.

Es gibt noch etwas, das ich bei meinem ersten Start beim Frauenlauf 2014 gelernt habe: Wer so ziemlich im letzten Startblock läuft, muss schon wieder aufs Klo und hat Durst, bevor es überhaupt losgeht. Mir war damals nicht bewusst, dass die Startzeit 9 Uhr nicht alle gleichzeitig betraf – mittlerweile finde ich es natürlich logisch. Dennoch war es für mich damals überraschend, dass ich erst 45 Minuten später loslaufen konnte. Meine nervöse Blase fand das nicht so toll.
Deshalb hüpfe ich seither immer ein paar Minuten vor dem Start recht weit vorne bei meinem Startblock dazu und warte nicht die gesamte Zeit darauf, in der Menge langsam zum Start vorzugehen. Die Startblöcke sind ohnehin mit Hilfe der großen Ballons beschriftet. In einem früheren Startblock laufen geht nämlich gar nicht und führt zu Disqualifikationen, was auch gut ist, damit schnellere Läuferinnen nicht ausgebremst werden.

Ich bin gestern jedenfalls gemeinsam mit Freundin F. um 9:29 im Startblock L losgelaufen. Gleich nach dem Start haben wir uns aber getrennt, weil jede lieber in ihrem Tempo für sich läuft. Ins Ziel sind wir zwar fast gleichzeitig gekommen, aber das ist ja egal. 🙂

Wie hier bereits erzählt, war es für mich ungewohnt, nach drei Jahren beim 10-Kilometer-Bewerb wieder mal die fünf Kilometer zu laufen.
Denn es ist nunmal so… Die kürzere Distanz hat zwar den logischen Vorteil, dass ich schneller wieder aus der Hitze draußen und im Ziel bin – und mir der verhasste, grausliche Teil durch den Würstlprater inklusive seiner Gerüche erspart bleibt – , der Nachteil ist aber, dass es sich beim 5-Kilometer-Bewerb um den „Hauptbewerb“ des Frauenlaufs handelt und somit viel mehr Frauen starten. Das führt natürlich dazu, dass das Lauffeld sich während der gesamten Strecke kaum lichtet wie beim 10-Kilometer-Bewerb und man somit ständig Slalom läuft um gehende Frauen. Die hat man zwar auch bei der längeren Distanz, aber in einer geringeren Zahl. Dadurch kann man viel großzügiger ausweichen.

Und so komme ich auch zu meinem jährlichen Statement an einige weibliche Läuferinnen da draußen:

Bei Hitze und Sonnenschein im Mai kann die lange Laufhose getrost im Kasten liegen bleiben. Da ist es nämlich schon längst Zeit, die Wadl auszupacken!
Versteckt sie nicht! Sie sind super und haben während eines Laufs nur einen Job: Euch sicher und happy ins Ziel zu bringen. Sie müssen dabei nicht toll gebräunt, haarlos, straff, krampfadernfrei oder was auch immer sein. Eure Beine sind toll so wie sie sind. Also weg mit den verdammten langen Hosen!

Es war für mich nicht verwunderlich, dass eine Gruppe an drei Frauen schon beim 500-Meter-Schild zu gehen begonnen und das ganze mit „Ich krepier gleich.“ kommentiert haben. Alle drei hatten lange Hosen an. Ich wäre dort vermutlich tatsächlich tot umgefallen.
Bei der Hitze ist es kein Wunder, dass immer wieder die Rettung fahren musste. Bei so einer Hitze kann es schnell mal zu Kreislaufproblemen kommen – da muss man das ganze nicht auch noch mit langen Hosen herausfordern.

Deshalb: Zeit her eure Beine!

Ich bin auch ohne Shirt gelaufen, einfach, weil mir zu warm war. Bin ich mit meinem Bauch total zufrieden? Nein. Noch nicht. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich mir absichtlich den Lauf erschwere, indem ich ein Shirt an habe. Da lass ich lieber mein Bäuchlein frei und fühle mich die ersten paar Minuten ungewohnt, damit ich den restlichen Lauf genießen kann. Dasselbe gilt eben auch für die Beine. So.

Die Organisator*innen des Frauenlaufs posten nicht umsonst andauernd, dass kurze Hosen empfohlen werden…

Aber mal abgesehen von den langen Hosen, die mich beim Anschauen schon fertig gemacht haben, war der Frauenlauf wieder super und die Stimmung wunderbar-motivierend. Eine neue persönliche Bestzeit war ohne großartiges Training vorher ohnehin nicht drin, weshalb ich einfach die Stimmung genoss und nach 36:23:50 im Ziel eintraf.

Der Frauenlauf ist im Gegensatz zu manch anderen Bewerben aus meiner Sicht wunderbar organisiert. Die Startnummernabholung geht rasch, die Startsackerl sind so prall gefüllt, dass sich die vollkommen leeren Sackerl des Vienna City Marathon schämen, und es gibt immer ein Sportshirt dazu.

Über letzteres gibt es zwar jedes Jahr von unterschiedlichen Seiten Gemecker, aber man kann es halt nicht allen recht machen. Letztes Jahr war das Shirt zu pink, heuer waren die Ketten blöd, dann mag jemand hellblau nicht… Blabla. Ich war auch kein Fan vom orangen Leopardenprint-Shirt, aber genug anderen hat es gefallen – und zum Sporteln reicht es allemal.

Trotz der tollen Organisation habe ich fürs nächste Jahr ein paar Wünsche an die Organisator*innen:

  • Beim 5-Kilometer-Bewerb wäre eine „Überholspur“ im Bereich der Wasserausgabe super. Ich wollte nämlich bei der kurzen Distanz nichts trinken, bin aber einfach nicht an den anderen Läuferinnen vorbei gekommen. Logisch, dass es Wasser geben sollte auf der Strecke, aber Ausweichmöglichkeiten wären auch super. Wobei mich das nächstes Jahr vermutlich nicht betrifft, weil ich ja gerne wieder die zehn Kilometer laufen möchte und da brauch ich die Getränke ohnehin. 😀
  • Obwohl es mich heuer nicht betroffen hat: Der 10-Kilometer-Start um 10:30 ist recht spät in Anbetracht dessen, dass es die letzten Jahre immer sauheiß war und die Strecke weniger schattig ist als die 5-Kilometer-Strecke.
  • Zwei riesige Bögen, die das verhältnismäßig klein wirkende Ziel verdecken, sind gemein. 😀 Ich hätte ohne meine Laufuhr* tatsächlich zu früh zum Laufen aufgehört… Im Hitze- und Lauftrubel wirkt das Ziel plötzlich viel kleiner.
  • Im Zielbereich erst Rosen auszuteilen, bevor man Wasser bekommt, ist aus meiner Sicht einfach nicht richtig priorisiert. Mal abgesehen davon, dass ich die Rosen ein wenig unnötig finde – und mir trotzdem jedes Jahr eine mitnehme und mich dann wundere, warum ich das getan habe. Aber Wasser ist wichtiger als eine Rose. Punkt.
  • Was wurde aus dem Erdinger Alkoholfrei? Letztes Jahr hab ich es schon vermisst…

Ansonsten freue ich mich bereits jetzt auf nächstes Jahr! Dann aber mit g’scheitem Training vorher. 😀

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