Nun ja, dem Westen von Neuseelands Südinsel den Rücken zu kehren fiel uns am Ende nicht besonders schwer – wir wollten nach den Milford Sounds einfach mal wieder trocken werden. 😉 Obwohl unsere Erlebnisse bei den Gletschern und den Milford Sounds natürlich großartig waren!

Nuggetpoint Lighthouse!

Es ging also ostwärts durchs ganze Land. Nach einem Zwischenstopp beim Nuggetpoint Lighthouse und der nahegelegenen Pinguinkolonie, bei der wir keinen einzigen Pinguin gesehen haben, machten wir es uns auf einem Campingplatz gleich in der Nähe dieses tollen Aussichtspunkts und der lustig-kurvenreich-engen Straße gemütlich. Und tatsächlich konnten wir dort abends draußen kochen und waren nicht auf die kleine Campingplatzküche angewiesen. Juhu!

 

Demotiviert in Dunedin.

Doch schon am nächsten Tag war es wieder vorbei mit dem schönen Wetter. Der Regen hat uns eingeholt und unsere Motivation, die Kleinstadt Dunedin zu besichtigen, zunichte gemacht.

Stattdessen machten wir es uns in einem wunderbaren Café namens The Perc Central gemütlich und genossen das tolle Essen und den guten WIFI-Empfang, zweiteres um die kommenden Tage zu planen.

Das Lokal war direkt beim Octagon, dem achteckigen Hauptplatz der Stadt, was zwar super gelegen, aber parkplatztechnisch mühsam war.

Ein wenig aufgewärmt und satt konnten wir uns dann doch aufraffen, trotz Regen etwas anzuschauen: Die Baldwin Street, die steilste Straße der Welt. Natürlich haben wir sie erklommen und sie war echt nicht ohne.

Dass hier einmal im Jahr ein Sprintbewerb stattfindet, hat mich zwar nicht überrascht, ich bewundere aber alle Teilnehmer*innen, die die 35% Steigung der 350 Meter langen Straße bezwingen.

 

 

Nach unserem rutschigen Abstieg von der Baldwin Street machten wir uns auf den Weg zur Otago Peninsula, die kleine Halbinsel bei Dunedin, auf der unser nächster Campingplatz auf uns wartete. Auf dem Weg nach Portobello genossen wir die regnerische Fahrt auf der Küstenstraße, als Beifahrerin an diesem Tag hab ich vom Fenster aus auch einen kleinen Pinguin gesehen.

Streetart-Tour durch Dunedin: Die Motivation kehrt zurück!

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich noch weitere Pinguine beobachten, dafür war es uns dann aber zu windig. Also haben wir der Halbinsel den Rücken gekehrt und sind zurück nach Dunedin gefahren, um die Regenpause für eine kleine Stadtbesichtigung zu nutzen. Geführt von meinem Reiseführer und der Streetart Map, die man sich gratis herunterladen oder in der iSite holen kann, ging es endlich durch Dunedin.

Von Graffiti zu Graffiti konnten wir die Stadt erleben und mir gefiel, was ich sah.

 

Wo sind die Pinguine?

Nachdem wir die Mehrzahl an Graffitis gesehen haben, ging es weiter nach Oamaru, einem Ort, in dem ganz viele Blue Penguins leben und denen man nach Sonnenuntergang bei der Rückkehr von der Jagd zuschauen kann.

Im Blue Penguin Center des Ortes kauften wir uns VIP-Tickets, um ein wenig näher dran zu sitzen.

Am Abend saßen wir dann etwa zwei Stunden lang auf den Holztribünen und warteten auf die Pinguine. Das ganze war logischerweise outdoor und dementsprechend kalt. Dafür haben wir aber elf Pinguine bei ihrer Rückkehr nach Hause gesehen. Es waren recht wenige, weil der Wellengang an diesem Abend so stark war, dass nur wenige Pinguine nach Hause gekommen sind. Aber die elf, die wir gesehen haben, waren unglaublich süß. 😀

 

 

Die Ankunft der Pinguine beobachtet man dort von der Tribüne aus, die Ausstiegsstelle aus dem Meer wird mit einem speziellen Licht beleuchtet, das die Pinguine nicht sehen können. Handys und Kameras sind verboten, um die Pinguine nicht mit dem Licht zu stören.

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich ins Steampunk Headquarter in Oamaru schauen. Nachdem wir aber Probleme mit unserer Autobatterie hatten und Starthilfe bekamen, hieß es Autofahren. Gut, dass die Fahrt zum Lake Tekapo so schön lang ist. 😉

Der See hat aber eine komische Farbe!

Rund um Tekapo sind diverse Schigebiete. Der Wetterbericht sagte ziemlich kalte Nächte voraus. Also entschieden wir uns für ein wenig Luxus – immerhin konnte man unser Auto ja während der Nacht nicht heizen und nach 21 Tagen Camping ist es in Ordnung, sich mal nach einem normalen Bett zu sehnen. 🙂

Also ging es ab ins Motel! Erst klapperten wir einige Unterkünfte ab, die alle voll waren. Wochenende und Ausflugsregion halt… Im Parkhead Motel fanden wir ein schönes Zimmer inklusive Parkplatz für unser Auto. Und der Ausblick von der Terrasse unseres Zimmers war traumhaft. 🙂

 

 

Was folgte, waren drei Tage Faulenzen. Das Entspannen wurde nur unterbrochen von ein paar Spaziergängen, beispielsweise zum Pine Beach (eine Stunde hin und zurück vom Motel aus) und um den Mount John (dreieinhalb Stunden vom offiziellen Parkplatz aus für die längere Variante). Ansonsten wurde gelesen, gebloggt, gegessen. Herrlich!

 

 

Der See hat übrigens wirklich so eine schräge türkise Farbe, weil er aus Gletscherwasser besteht.

 

Last Stop: Christchurch!

Und dann wurde es Zeit für unsere letzte lange Fahrt. Christchurch!

Christchurch, das noch immer mit dem Wiederaufbau der Stadt nach einem verheerenden Erdbeben 2011 beschäftigt ist, fand ich sehr schön, wenn auch gewöhnungsbedürftig, weil seit dem Beben einfach überall Baustellen, halb zusammengefallene alte Bauten und Löcher, wo einmal Häuser standen, zu sehen sind. Das Erdbeben ist immer präsent, wenn man durch Christchurch spaziert. Sei es am Fluss Avon, den wir an unserem ersten Tag entlang spaziert sind, wo ein Denkmal für die Opfer des Bebens zu finden ist, oder die halb zusammengefallene Kathedrale in der Mitte der Stadt, die noch nicht wieder errichtet wurde.

 

 

Die Cardboard Cathedral aus Karton wurde als Ersatz für die Kathedrale erbaut. Gleich daneben ist ein weiteres Denkmal bestehend aus einem weißen Stuhl pro Opfer des Erdbebens.

 

 

Auch die Re:Start Mall diente sieben Jahre lang als neue kleine Stadt in der Stadt, wo Lokale und Geschäfte zu finden waren – seit kurzem ist die Container Mall allerdings geschlossen, was bei Google Maps nicht richtig eingetragen ist. Nach ewig langem Suchen nach der Mall wurde uns das dann irgendwann klar…

Nur im Botanischen Garten wirkte die Welt heil. Nachdem eine große Zahl der alten Gebäude rund um die Kathedrale vollkommen zerstört wurden, findet man hier in der Nähe den Uhrturm und das College.

Nach einem Burger-Abendessen in einem alternativen Outdoorlokal namens Smash Place wollten wir zurück zum Campingplatz fahren – aber das Auto sprang nicht an. Wieder die Batterie. Nachdem wir Starthilfe per Telefon angefordert haben, kam jemand nach etwa zwanzig Minuten und wir konnten endlich nach Hause.

 

 

Am nächsten Tag – unserem vorletzten Tag in Neuseeland – fuhren wir – nachdem wir wieder Starthilfe am Campingplatz bekommen haben – zur Autovermietung nur zehn Autominuten von unserem Campingplatz entfernt, um das Problem mit unserem Kühlschrank und unserer Batterie zu besprechen. Wir wollten das nicht am Tag unserer Abreise klären, weil es uns zu stressig geworden wäre. Ein Gespräch mit der Managerin später hatten wir unseren wohlverdienten Rabatt. Im Endeffekt mussten wir fast zwei Wochen ohne funktionierenden Kühlschrank auskommen und brauchten dreimal Starthilfe. Die Batterie hatte einen Defekt, weshalb es wenig Diskussion gab. Wenigstens etwas. 🙂

Zufrieden konnten wir so unsere letzten Stunden Neuseeland genießen. Nach einem kurzen Besuch des Airforce Museum, bei dem man keinen Eintritt bezahlt, fuhren wir in die Quake City, um mehr über das tragische Erdbeben zu erfahren.

Das Museum war ziemlich spannend, berührend und absolut empfehlenswert.

Abschied.

Am Abend vor unserer Weiterreise war es an der Zeit, unsere Habseligkeiten wieder irgendwie in unsere Rucksäcke zu stopfen. Anschließend war Restlessen angesagt und das Trampolin vom Campingplatz wurde getestet.

 

 

Am Abflugstag haben wir dann nur mehr das Auto zurück gebracht und sind zum Flughafen gefahren. Eine kleine dreißigminütige Verspätung und vier Stunden Flug später waren wir dann in Melbourne – und das nächste Abenteuer konnte beginnen!

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