Nach unserer atemberaubenden Zeit im Glacier County ging es weiter gen Süden. Es war der 15. Tag unserer Reise (exklusive zwei Tagen Hinflug). Der selbe Tag meines ersten Fallschirmsprungs. Der 17. März 2018.

In Queenstown.

17. März? Da war doch was! Ach ja, Patricks Namenstag. St. Patrick’s Day! Und wir waren in einer richtigen kleinen Stadt! Mit Menschen und… Pubs! Das Abendprogramm stand also recht schnell fest. 😉

Nachdem es sich bei Queenstown aber nicht um eine riesen Metropole handelt, gab es natürlich nur zwei Pubs und die waren – klassischerweise an diesem Tag – überfüllt. Beim zweiten Pub haben wir mit etwas Warten dann doch einen Platz bekommen, allerdings war es dann schon später als geplant und wir haben es hungerbedingt gewagt, in einem Pub am St. Patrick’s Day Essen zu bestellen. Wir waren skeptisch, ob das was wird und nachdem die bereits bezahlten Burger nach einer Stunde noch nicht da waren, haben wir uns langsam damit abgefunden, dass unser Abendessen nur aus Bier bestehen würde. Aber falsch gedacht! Die Burger kamen und waren den Umständen entsprechend in Ordnung. 😀

Aber gut, in Queenstown kann man nicht nur im Pub Bier trinken, sondern tags darauf auch die besten Burger des Landes genießen. Das haben zumindest alle Freund*innen, die vor uns in Queentstown waren, unabhängig von einander behauptet. Und sie hatten Recht!

Der Fergburger war ein Traum – und definitiv besser als der Burger im Pub am Abend vorher. Wer also in der Gegend ist: Das Anstellen ist es Wert.

Neben Essen und Trinken gibt es in Queenstown aber auch noch einiges anderes. Ein Spaziergang durch die Queenstown Gardens, entspannen am kleinen Strand des Lake Wakatipu, bei dessen Größe man schnell mal vergisst, dass man nicht am Meer sitzt, und eine Fahrt mit der Gondel auf den Hausberg der Stadt waren für mich die Highlights.

Einmal mit der Gondel oben, kann man so einiges machen: Von Bungeejumping und Paragleiten über Mountainbike fahren oder Wandern bis hin zum Luge fahren. Wir haben uns für letzteres entschieden.

„Luge“ ist eine Art Rodel, mit der man eine betonierte Strecke den Berg runtersausen kann. Es war ziemlich lustig und die Dinger sind schneller als erwartet. 😉

Der beschwerliche Weg zu den Milford Sounds.

Nach einem sehr entspannten Tag in Queenstown hieß es Abschied nehmen von einem sehr tollen, etwas ungewöhnlichen Campingplatz – dem Kiwi Holiday Park Queenstown. Ungewöhnlich, weil sie ein Badezimmer hatten, für das sie extra einen Hopfenturm gebaut und es innen von einem Designer dekorieren haben lassen.

Wir machten uns auf den Weg zu den Milford Sounds. Nach langem Überlegen, ob wir zu den Doubtful oder Milford Sounds fahren sollen, entschieden wir uns für die Milford Sounds. Der Weg zu ersteren soll um einiges aufwändiger sein, weshalb es auch bedeutend teurer war. Also ging es mit unserem Auto zu den Milford Sounds! Es hätte zwar auch Tagestrips mit dem Bus von Queenstown aus gegeben, wir wollten aber lieber selbst fahren.

Und so kamen wir ins Fjordland.

In den Fjordlands regnet es an etwa 200 Tagen im Jahr – so auch an dem Tag unserer Anreise.

Die Straße war ziemlich kurvenreich und rutschig. Deshalb war es wenig verwunderlich, als wir an einem Autounfall mit einem Miet-Camper (einem der coolen von oben bis unten mit Graffiti und lustigen Sprüchen besprühten Busse) und einem Reisebus vorbei kamen. Der Camper war vollkommen geschrottet und wir sahen noch einen Hubschrauber abheben. Nachdem mich das Bild nicht losließ, haben wir Tage später recherchiert und herausgefunden, dass alle überlebt haben.

Endlich am Ende der einzigen Straße zu den Milford Sounds angekommen, checkten wir in den einzigen Campingplatz dort ein. Wir haben im Vorhinein von Queenstown aus gebucht, was dort durchaus Sinn macht. Der Rezeptionist meinte, dass die besten Plätze meist ein halbes Jahr im Vorhinein gebucht werden – da wussten wir ja noch nicht mal, dass wir nach Neuseeland fliegen! 😀

Eine Wir-parken-unter-einem-Baum-und-deshalb-klingen-die-Regentropfen-nur-noch-viiiiel-lauter-und-wir-können-nicht-schlafen-Nacht später ging es nach einem schnellen Frühstück in der Campingplatzküche, in der jemand um sieben Uhr in der Früh Curry gekocht hat, weiter zum Hafen von Milford und dort ab aufs Boot.

Auch die Bootstour haben wir in Queenstown gebucht. Wir haben lange überlegt, welche Tour wir nehmen sollen, und uns dann für einen kleinen Anbieter entschieden. Als wir die anderen Schiffe gesehen haben, waren wir froh über unsere Entscheidung, mit „Mitre Peak“ zu fahren. Das Boot war klein und es waren insgesamt maximal 20 Leute an Bord eines Bootes für maximal 75 Personen. Außerdem war unsere Tour die erste des Tages.

Bei den Milford Sounds handelt es sich um einen Fjord, also einen Meeresarm. Durch den vielen Regen in der Gegend entstehen Unmengen an Wasserfällen, die an den Berghängen hinabstürzen. Aus diesem Grund ist es etwas Erfreuliches, wenn es während der Bootstour regnet. Prinzipiell. Bei uns hat es halt nicht nur geregnet, sondern es war so neblig, dass all unsere Fotos ausschauen, als wären wir im Schwarz-Weiß-Modus gewesen. 😀 Es hatte schon etwas ziemlich Mystisches an sich.

Ein Highlight der Milford Sounds ist der spitze Berg namens „Mitre Peak“. Ja, der heißt so wie unsere Bootstour. Oder eher andersrum. Naja, egal, den Berg haben wir nämlich nebelbedingt gar nicht gesehen. Aber so ist das nunmal mit dem Wetter.

Dafür konnten wir mit unserem kleinen Boot direkt in einen Wasserfall hinein fahren – ich glaub, ich war noch nie so nass!

Nach unserer Cruise ging es wieder die kurvenreiche Straße entlang zurück – mit ein paar Zwischenstops bei ein paar Walks und Aussichtspunkten, wobei wir ein paar ausließen, weil es so geschüttet hat.

Im kleinen, nicht wahnsinnig spannenden Örtchen Te Anau – der letzte Ort vor Milford – haben wir eine Mittags- und Kaffeepause gemacht und ich hab mir endlich etwas Trockenes angezogen, bevor wir der Westküste Neuseelands den Rücken gekehrt haben. Dazu aber ein anderes Mal ein bisschen mehr! 🙂

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