Der Weg nach Wellington war bis auf eine gemütliche Mittagspause am Strand eher beschwerlich. Diesmal lag es vor allem am Navi! Das hat uns nämlich – nachdem wir eine Abfahrt auf dem Highway verpasst haben – auf eine Horrorstraße geschickt. Sie war einspurig, kurvenreich und hinter jeder Kurve hat der Tod gelauert, weil man mit Gegenverkehr rechnen musste, der überraschend schnell unterwegs war. Und sie war ewiglang!
Dafür lag auf der anderen Seite Rivendell. Ja, mal wieder „Der Herr der Ringe“! Was erwartest du auch in Neuseeland? 😉 Rivendell ist vom Highway aus super ausgeschildert und unser Umweg war mehr als unnötig. Dennoch kamen wir nach etwa acht Beinaheherzinfarkten auf dem anderen Highway an und konnten durch Rivendell schlendern.

Rivendell und Insegard.

Bei Rivendell darf man nicht sowas wie in Hobbiton erwarten. Dort stehen ein paar Hinweisschilder mit ein paar Infos, wo was gedreht wurde, und ein großer Torbogen. Und zwar der Torbogen, durch den Frodo am Anfang seiner Reise, um den Ring zu vernichten, Gandalf leise fragt, in welche Richtung er gehen muss, um nach Mordor zu kommen.
Am Weg nach Wellington haben wir dann noch einen von zwei Drehorten von Isengard  einen Besuch abgestattet, dort gab es aber nicht viel zu sehen.

In Wellington.

Die schlussendliche Ankunft in Wellington war eher mühsam. Dort gibt es nämlich kaum Campingplätze. Zwei, um genau zu sein. Ein kleiner mit tollen Bewertungen und super Lage, der ausgebucht war. Und ein TOP 10, der 20 Minuten mit dem Auto außerhalb von Wellington liegt. Somit wurde es der TOP 10, der sich leider als der einzige TOP 10 herausgestellt hat, den wir nicht gut fanden.

Davon haben wir uns aber nicht abhalten lassen. Immerhin gab es eine Stadt zu erkunden! Eine Hauptstadt! Mittlerweile wussten wir ja schon, dass Städte in Neuseeland historisch wenig zu bieten haben und recht klein sind.

Am Abend ging es jedenfalls mit dem Bus in die Stadt. Immerhin wollten wir die Lokale testen, die uns Matt und Emily, die wir beim Tongariro Alpine Crossing kennengelernt haben, gegeben haben. Und darunter war eine Cocktailbar! Da lässt man das Auto besser stehen. 🙂
Die Busfahrt in die Stadt hat eine Stunde lang gedauert. Dafür sind wir direkt beim Hafen ausgestiegen, wo es viele tolle Lokale gibt. Im

Crab Shack

mussten wir zwar eine Stunde lang auf einen Platz warten, aber das Essen war unfassbar gut. Und in der Zwischenzeit sind wir am Hafen spazieren gegangen, wodurch das Warten in Ordnung war.
Danach ging es in die bereits erwähnte Cocktailbar, die uns folgendermaßen (halt auf Deutsch übersetzt) beschrieben wurde: „Ich weiß gerade nicht, wie die Bar heißt, aber das ist eh egal, weil es beim Eingang kein Schild gibt. Du gehst einfach durch die schwarze Tür und die Stiegen rauf.“ Gut, danach hat uns Matt noch die ungefähre Adresse gegeben, also alles kein Problem. Wir haben hingefunden! Wer in der Gegend ist, sollte unbedingt im

Hawthorn

vorbei schauen. Ich hab noch nie eine so komplizierte, weil korrekte Cocktailkarte gesehen. Mein Mojito war super! Und das Ambiente erinnert an eine Zigarrenbar, allerdings mit Rauchverbot.

Mit Uber ging es dann zurück zum TOP 10, denn am nächsten Tag hat eine weitere Mission auf uns gewartet: Mission Autoreperatur!

Seit Rotorua haben wir bemerkt, dass mit unserer zweiten Batterie etwas nicht stimmt. Unser Auto hat eine normale Batterie und eine für Kühlschrank, Licht im Wohnraum und USB. Diese zusätzliche Batterie ist mit drei Stunden Autofahrt voll, sodass der Kühlschrank theoretisch 24 Stunden lang versorgt wird – wir haben ihn aber nachts abgedreht, weil er sonst zu laut ist. Obwohl wir locker drei Stunden am Tag Auto gefahren sind, war der Strom plötzlich leer und wir im Dunkeln.
Drei Anrufe bei Spaceship später hatten wir einen Werkstatttermin in Wellington. Also ging es am 10. Tag unserer Reise in die Werkstatt! Dort haben sie sich um die Batterie gekümmert und ich habe sie auch noch gebeten, die Bremsen zu überprüfen. Die kamen uns beiden so schlecht vor. Mittlerweile wissen wir, dass das Auto einfach nur so schwer ist und das Bremsen sich deshalb so langwierig anfühlt.

Der Vorteil an unserem Werkstatttermin war, dass wir keinen Parkplatz bezahlen mussten, während wir uns Wellington bei Tag angeschaut haben. Wie lang die Reparatur dauern würde, konnte uns aber niemand sagen.

Te Papa.

Wir sind jedenfalls gemütlich bei „Best Ugyl Bagels“ frühstücken gegangen und haben uns das Museum „Te Papa“ angesehen. Fazit: Wow! Ein Museum, bei dem man keinen Eintritt zahlt und das so gut und spannend aufgebaut ist, hat uns beide wirklich überrascht. Neben Dauerausstellungen über die Geschichte und Natur des Landes gab es eine Ausstellung über den 1. Weltkrieg, die einfach unglaublich war. Es wurde die Geschichte der Gallipoli-Mission erzählt – Was an welchem Tag passierte. Die Leben einzelner Soldaten und Krankenschwestern wurden thematisiert, Briefe, Filme und Fotos gezeigt und am Ende konnte man eine Botschaft gegen Krieg oder über die Ausstellung in einer Papierblume hinterlassen. Es wurden einzelne Szenerien mit übergroßen Figuren nachgebaut, die so unfassbar real waren, dass wir beide eine Gänsehaut bekommen haben.


Auch wenn es sich bei der Gallipoli-Ausstellung um eine Wechselausstellung handelt…

Wer in Wellington ist, sollte unbedingt ins Te Papa gehen – auch wenn man Museen sonst vielleicht nicht so spannend findet!

Die Weta Caves.

Nach diesem unglaublichen Museumsbesuch war unser Auto leider noch nicht fertig, weshalb wir mit Uber zu den Weta Caves gefahren sind. In den Weta Caves werden Figuren und Requisiten für Filme wie „Der Herr der Ringe“, „Der Hobbit“, „Avatar“ etc. gebaut. Alle Rüstungen, Schwerter, Masken und so weiter, die in den obigen Filmen zu sehen sind, wurden in dieser Werkstatt produziert. Da ist klar, dass wir uns das anschauen müssen.

Bei den Weta Caves gibt es ein Minimuseum, das gratis ist. In Wahrheit handelt es sich dabei um einen Shop, in dem man auch kleine Figuren der diversen „Herr der Ringe“-Charaktere sieht. Dort haben wir eine Tour gebucht, um uns die Fertigungsprozesse näher anzuschauen. Die Tour führt nicht direkt durch eine Werkstatt, weil das rechtlich nicht möglich ist – sonst könnten wir ja Ideen aus den aktuellen Filmen, von denen dort Requisiten produziert werden, stehlen. Dennoch erfährt man so einiges über die Entstehung von Masken, Rüstungen, Figuren, Kulissen etc.
Mich interessiert sowas normalerweise weniger, aber die Weta Caves haben mir gut gefallen. 🙂
Außerdem stammen von den Workshops der Weta Caves die faszinierenden Figuren der Gallipoli-Ausstellung!

Sprint zur Fähre!

Nach den Weta Caves war unser Auto endlich abholbereit. Übermotiviert haben wir davor noch die Fähre für 17 Uhr gebucht, mit der wir auf die Südinsel fahren konnten. Das war um 15:30 Uhr. Erst nach dem Kauf meinte die Frau am Schalter, dass wir um 16 Uhr spätestens dort sein müssen. Damit wurde es stressig!

Was folgte, war ein Sprint zur Werkstatt, bei der wir dann nicht mal mehr nachfragen konnten, was sie alles repariert haben, und eine gehetzte Autofahrt zum Fähren-Checkin. Aber hey, drei Minuten vor 16 Uhr waren wir dort und konnten durchatmen!

Jetzt fragst du dich vielleicht, warum wir uns den Stress angetan haben… Die nächste Fähre wäre um 20:30 Uhr gefahren, was heißt, dass man kurz vor Mitternacht auf der Südinsel ankommt. Dort gibt es allerdings keine Campingplätze, bei denen man später ankommen darf. Eine andere Möglichkeit wäre es gewesen, die Fähre um Mitternacht zu nehmen, was aber auch mühsam gewesen wäre.

Nach all dem Stress haben wir die dreieinhalbstündige Fährenfahrt genossen und uns auf die Südinsel gefreut. Was wir dort so erlebt haben, erfährst du aber ein anderes Mal!

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