Nach unserer schönen, aber kurzen Zeit in Hobbiton ging es direkt danach weiter nach Waitomo. Dort checkten wir zum ersten Mal auf einem TOP 10 Campingplatz ein. TOP 10 ist eine Campingplatzkette, die es im ganzen Land verteilt gibt. Mit der TOP 10 Card, die man um 49NZD kaufen kann, bekommt man bei den Campingplätzen Rabatte und Mitgliedsvorteile, wie mehr Datenvolumen beim W-LAN, das aber meistens nicht gut funktioniert hat. Auch bei manchen Eintritten und Lokalen bekommt man Ermäßigungen damit. Die 49NZD hatten wir jedenfalls ziemlich schnell wieder drin.

Der Campingplatz war sehr schön, aber ziemlich voll. Das wäre uns prinzipiell egal, wenn es nicht wieder mal geregnet hätte und wir so auf die Küche und das überdachte BBQ angewiesen gewesen wären.

In den Glowworm Caves.

Dafür war der Campingplatz super gelegen, um zu den Waitomo Caves zu spazieren. Denn in Waitomo standen die Glowworm Caves am Plan! Dabei fährt man mit einem Boot durch einen dunkle Höhle, um die an der Decke hängenden, grün leuchtenden Glühwürmchen anzuschauen. Diese Glühwürmchen sind allerdings nicht die, die wir in Europa kennen, sondern Mückenlarven, die dünne Netze spinnen, in denen sich Insekten verfangen. Sie schimmern grün, um sich ihr Futter anzulocken.

Ich wollte eigentlich in die gratis Variante – die Abbey Caves – gehen. Patricks Recherche ergab aber, dass die Abbey Caves oft bis zu 1,80m tief mit Wasser gefüllt sind und man durch Aale schwimmen muss. Das fand ich dann doch bissi grauslich. Deshalb haben wir uns für die teure Variante entschieden – und wurden enttäuscht. Wir haben die bekannteste Tour in Waitomo gemacht, die 45 Minuten dauert, weil wir dachten, dass 45 Minuten lang durch eine dunkle Höhle fahren und Glowworms anschauen ausreicht. Hätte es auch. Stattdessen haben wir aber 40 Minuten in den anderen Höhle Stalaktiten und Stalakmiten angeschaut, die wir weniger spannend fanden, weil wir sie schon echt oft in anderen Höhlen gesehen haben. Anschließend kam dann endlich die Bootsfahrt durch die Glowworm Cave, die fünf Minuten gedauert hat. Die Bootsfahrt war schon sehr eindrucksvoll, aber eben sehr kurz. Fotos sind in den Höhlen übrigens nicht erlaubt.

Im Nachhinein betrachtet hätten wir lieber die dreieinhalbstündige Tour gemacht, die von einem kleineren Anbieter und somit persönlicher war. Wir wollten nur ein wenig Zeit sparen – vom Preis her ist da nämlich wenig Unterschied. 50NZD für die kurze Bootsfahrt war echt überteuert…

Aber macht ja nichts! Nach der kleinen Enttäuschung ging es weiter nach Rotorua ins Vulkangebiet.

Wo sind die Kiwis?

Dort war unser erster Stopp das Rainbow Springs Kiwi House. Patrick wollte gerne Kiwis sehen und nachdem die Vögel vom Aussterben bedroht und in freier Wildbahn eher nicht anzutreffen sind, wurde uns das Kiwi House empfohlen. Und so kam die zweite Enttäuschung des Tages. Es handelt sich beim Rainbow Springs Kiwi House um einen kleinen Vogelzoo, in dem man mehrere neuseeländische Vögel sieht. Kiwis sind nachtaktiv und konnten in einem extra Haus besucht werden. Allerdings sahen wir genau einen Kiwi ganz kurz. Das Angebot, abends nochmal zu kommen und im Kiwi House dann mehr Kiwis zu sehen, nahmen wir nicht in Anspruch. Wir wollten dann nicht noch mehr Zeit für diesen Ort verschwenden. 😀

Nach zwei eher enttäuschenden Erlebnissen an einem Tag, suchten wir uns erst mal unseren Campingplatz für die Nacht – wieder ein TOP 10. Der Campingplatz war wieder sehr schön und alles hat gepasst.

In Te Puia.

Anschließend machten wir uns auf den Weg zu „Te Puia“. Rotorua ist bekannt für seine vulkanischer Aktivität und Maorikultur. Te Puia vereint beides. Am Weg dorthin kam uns schon der grindige Gammeleiergestank in die Nase – das erste Anzeichen der geothermischen Aktivitäten in Rotorua. Ein weiteres Anzeichen waren die dampfenden Gebüsche mitten in der Stadt.
In Te Puia kann man alte Dörfer der Maori, ein Versammlungshaus (das wir von der Art her schon von den Waitangi Treaty Grounds kannten), ein Kiwihaus (in dem wir so viele Kiwis sahen wie im Rainbow Springs Kiwi House), Geysire, Schlammtümpel und kochende Teiche!

Der Geysir Pohutu, was übersetzt „großer Spritzer“ heißt, bricht ein-, zweimal pro Stunde aus und schießt eine etwa 20 Meter hohe Fontäne in die Luft. Überall dampft , blubbert und stinkt es. Es war atemberaubend – vor allem, weil es so schön war! 😉
Wir sind zwei Stunden lang über das gesamte Gelände von Te Puia spaziert. Das einzige – und somit die dritte Enttäuschung des Tages – war das Pa, die Festung, die in unserem Reiseführer angepriesen wure mit den Worten „eindrucksvolles Zeugnis der Kriegskunst der Maori“, denn diese Festung war ein Hügel. Mit Bäumen. Sonst nichts. Wir haben es erst gar nicht gefunden. Beim dritten Mal daran vorbei gehen, haben wir im Internet geschaut, wie es aussehen soll. Wir waren ein wenig überrascht. Aber der Rest war echt großartig anzuschauen!

Wai-O-Tapu!

Nachdem es uns in Rotorua offenbar zu wenig nach grindigen Eiern gerochen hat, sind wir am nächsten Tag nach Wai-O-Tapu gefahren, um uns die volle Dröhnung an Gestank zu holen.
Spaß beiseite… Wai-O-Tapu ist in der südlichen Thermalregion von Rotorua und bietet bei einem Rundgang Geysire, Schlammtümpel, farbige Teiche (wie die Artist‘s Palette) und den Champagne Pool, von dem wohl die meisten schon mal Fotos gesehen haben. Das Devil’s Bath, das fast dieselbe Neonfarbe wie Patricks Jacke hatte, war besonders schräg.
Den Lady Knox Geysir, der einmal täglich mittels Seife zum Ausbrechen gebracht wird, haben wir nicht gesehen. 10:15 war uns mit Anfahrt aus Rotorua schlichtweg zu früh.

Nach dem zweistündigen Stop in Wai-O-Tapu ging es weiter Richtung Taupo mit einem Zwischenstop bei den Huka Falls und einer Kaffeepause.
Die eisblauen Huka Falls sind vom Parkplatz etwa eine Minute entfernt, es gibt aber auch einen kleinen Rundgang.

Frisch koffeiniert und ich endlich auch mit neuseeländischer SIM-Karte*, die ich mir noch in Rotorua gecheckt habe, ging es weiter nach Ohakune, denn wir hatten großes vor! Was das war, erfährst du im nächsten Post. 🙂

 

*Ich dachte, dass das W-LAN auf den Campingplätzen ausreichen würde, um auf Instagram, Facebook und hier posten zu können. Falsch gedacht!

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