Die Nacht in Paihia am Bay Of Islands Campervan Park war ziemlich nass und gatschig. Umso schöner war die Regenwalddusche in der Früh. Keine Küche, kein Gemeinschaftsraum, aber eine der besten Duschen ever. 😀 Die 2NZD war mir die Dusche auf jeden Fall wert.
Das war übrigens auch der erste von einigen Campingplätzen, die wir später noch gesehen haben, die sich klar als rauchfrei zu erkennen gaben – ziemlich cool! In Anbetracht dessen, was die österreichische Regierung gerade so tut… Ich wollt es nur mal erwähnt haben…

Der Wetterbericht hat für unseren 3. Tag in Neuseeland ein Gewitter vorher gesagt – wie hier bereits erwähnt, kam es aber nie. In Paihia kann man eine Bootstour durch die Bay Of Islands unternehmen und zum kleinen Örtchen Russell fahren. Wir entschieden uns aber dafür, erst einmal zu den Waitangi Treaty Grounds zu gehen. Nachdem wir dort länger waren als erwartet, machten wir keine Bootstour und auch Paihia selbst sahen wir nie.

Die Waitangi Treaty Grounds.

Die Waitangi Treaty Grounds gelten als die Geburtsstätte der Nation, weshalb wir natürlich hin mussten. Sich mit der Kultur und Geschichte eines Landes auseinanderzusetzen, finde ich wahnsinnig wichtig. Neuseeland blickt auf eine vergleichsweise kurze Geschichte zurück, die aber umso spannender ist, wie ich finde. Zwei Völker, die im Laufe der Zeit näher zu einander gefunden haben. Darüber wollten wir natürlich mehr erfahren!
Wieso dieser Ort als Geburtsstätte der Nation gilt? Weil dort 1840 fast alle Maorihäuptlinge Neuseelands den Vertrag von Waitangi unterschrieben und die Hoheit Großbritanniens über Neuseeland verkündet wurde. Näheres zu diesem Vertrag und den Problemen damit, kannst du hier nachlesen. Im Laufe unserer Reise sind wir dem Vertrag von Waitangi noch öfter begegnet und waren froh, uns dank unseres Besuchs bei den Treaty Grounds ein bisschen auszukennen.

Die Treaty Grounds waren viel größer und schöner als wir im Vorhinein dachten. Nach einem kurzen Überblick über das Gelände gingen wir zu einer Cultural Performance der Maori. Junge Männer und Frauen in traditionellen Gewändern präsentierten Tänze und Gesänge der Maori.


Doch bevor das ganze losgehen konnte, musste ein Chief unserer Gruppe, also der Tourist_innengruppe, gewählt werden, der dem Chief der Maori unser friedliches Interesse bekunden sollte. Und natürlich wurde dafür Patrick ausgewählt! Chief Patrick wurde auf Maori begrüßt, der erste Tanz galt ihm und er musste eine kurze Dankesrede halten. Anschließend begann die Show, während der keine Videos erlaubt waren. Die Besucher_innen mussten allerdings mehrmals ermahnt werden, weil es trotzdem immer jemanden gab, der heimlich Videos machte… Als wäre es sooo schwer, so etwas zu akzeptieren und einfach zuzuschauen. Naja. Die halbstündige Show war jedenfalls super und Patrick wurde den ganzen Tag immer wieder von fremden Leuten als Chief wiedererkannt und freudig begrüßt.

Nach der Performance haben wir noch selbstständig die Grounds erkundet statt bei einer geführten Tour mitzugehen. Unter anderem haben wir das 35 Meter lange Kriegskanu gesehen, das als das größte Maorikanu gilt. Im Museum haben wir noch mehr über den Vertrag von Waitangi und die Geschichte des Landes erfahren.

Wer sich mit der Kultur der Maori und der Geschichte Neuseelands näher befassen möchte, kommt um die Waitangi Treaty Grounds nicht herum. Außerdem ist der Ausblick auf die Bay of Islands von dort aus fantastisch!

Nach den Treaty Grounds haben wir noch einen kurzen Abstecher zu den Haruru Falls in der Nähe von Paihia gemacht, bevor wir der Bay of Islands den Rücken gekehrt und uns auf den Weg nach Waipoua gemacht haben.

Far North?

Am Weg auf die Westküste des Northland kam irgendwann der Punkt, wo wir uns entscheiden mussten, ob wir Far North zum Cape Reinga fahren möchten, dem nördlichsten Punkt Neuseelands. Wir wollten die 200 Kilometer pro Richtung nicht auf uns nehmen, weil uns mittlerweile klar war, wie die Straßen in Neuseeland sein können. Deshalb sind wir lieber weiter Richtung Kauri Coast gefahren. Später habe ich eine Frau getroffen, die schon immer zum Cape rauf fahren wollte, sich am selben Punkt aber auch dagegen entschied. Natürlich wäre Far North mit den schönen Buchten und Stränden und dem Leuchtturm schön gewesen und auch der Ninety Mile Beach wäre zum Sandsurfen sicher toll gewesen, aber wir bereuen die Entscheidung nicht.

Westlich von Omapere sind wir noch dazu entschädigt worden. Und wie! Direkt am Highway war ein Schild, dem wir zu einem Aussichtspunkt gefolgt sind, der einfach unfassbar schön war.

Wir schnappten uns unsere Wertsachen, weil am Parkplatz ziemlich viele Scherben von aufgebrochenen Autos lagen, und einen kurzen Fußweg später sahen wir das:

Im Waipoua Forest.

Dank der vielen tollen Ausblicke am Weg und der kurvenreichen Straße war es schon ein bisschen später als geplant, als wir im Waipoua Forest angekommen sind. Wir haben uns für den

Kiwi Calls Off The Beaten Track Camp, einen Campingplatz direkt im Waipoua Forest

entschieden – umgeben von Kauribäumen. Die unbefestigte Straße war zwar eine Herausforderung und wir sind ein wenig durchgeschüttelt worden, aber der Campingplatz war es echt wert. Er war natürlich sehr einfach gehalten und zwischenzeitlich gab es kein Wasser. Aber er war ungemein abgeschieden und ruhig – bis auf das Vogel- und Grillengezwitscher!
Der Campingplatz wird von einem Maoristamm geleitet. Das Geld wirft man in einem kleinen Kuvert durch einen Briefschlitz in der Tür. Vorreservieren ist nicht notwendig, es gibt immer einen Platz. Wer mit Kreditkarte zahlen möchte oder das Geld nicht genau hat, kann am nächsten Tag im Café in der Nähe bezahlen – das hat aber erst ab 9 Uhr offen.

Wir haben uns für einen kleinen Platz direkt im Wald entschieden. Da war es zwar ziemlich lauschig, in der Nacht war es dann aber so richtig dunkel. So dunkel, dass wir trotz offenen Vorhängen wirklich gar nichts gesehen haben und wir das Gefühl gehabt haben, blind zu sein. In der Nacht aufs Klo müssen, hieß, durch tausende Insekten durch zu müssen. Aber das war es wert! Die Ruhe und die Lage waren einfach traumhaft. Außerdem ist es ja mit dem Campen und dem nächtlichen Harndrang allgemein so, dass man es sich zweimal überlegt, ob man WIRKLICH muss – besonders, wenn es regnet. 😉

Aufwachen im Wald mit Vogel- und Grillengezwitscher hat echt was. Lang geschlafen haben wir dort zwar nicht, dafür haben wir aber ein wenig vom Sonnenaufgang über den Baumwipfeln miterlebt!

Nach dem Frühstück ging es die superkurvenreiche Straße namens Highway ein Stück zurück, um im Regenwald Waipoua Forest die riesigen Kauribäume zu sehen. Die Kauribäume, die in der Zeit der britischen Besiedlung im ganzen Land massiv abgeholzt und so der Bestand drastisch reduziert wurde, gibt es im Waipoua Forest noch zu Hauf. Besonders der Tane Mahuta, der „Herr des Waldes“ ist einen Besuch wert. Der Baumriese ist nämlich 51,5 Meter hoch und hat einen Umfang von 14 Metern. Ein Pfad führt direkt zu Tane Mahuta, der auf 2000 Jahre geschätzt wird. Ein Stück weiter den Highway entlang führt ein zwanzigminütiger Weg zum Te Matua Nghere, dem „Vater des Waldes“. Der Kauribaum ist zwar nicht so groß wie Tane Mahuta, dafür aber umso umfangreicher! Auch die Four Sisters ein Stück weiter haben wir besucht.

Wichtig ist, dass man in den Kauriwäldern auf saubere Schuhe achtet und die dafür vorgesehenen Reinigungsmöglichkeiten verwenden, damit der Baumbestand nicht mit Keimen belastet wird.

Auf nach Hobbiton!

Nach diesen tollen Ausflügen in die Natur ging es ab ins Auto. 5 Stunden Fahrt bis Matamata standen am Plan. Und das ist auf neuseeländischen Straßen etwas ganz anderes als 5 Stunden österreichische Autobahn fahren… Aber he, in Matamata ist Hobbiton und dafür fährt man gerne mal saulang! Am Weg waren übrigens kaum Tankstellen und schon gar keine Supermärkte. Da sollte also vorgesorgt werden…

Nach der langen Fahrt und unserem einzigen McDonald’s-Besuch während unserer bisherigen Reise kamen wir in Matamata am Opal Hot Springs & Holiday Park an. Die Auswahl an Campingplätzen ist in Matamata ziemlich gering. Dort sind wir kurz in den ziemlich schmutzigen Pool des Campingplatzes gesprungen und haben zum ersten Mal Wäsche gewaschen. Der Sparefroh in mir hat sich gedacht, dass ich mir den Trockner sparen kann und die Wäsche eh auf der Wäscheleine trocknet. Fazit für mich:

Sich den Trockner sparen wollen, kann dazu führen, dass die Kleidung tagelang nicht trocken wird und man um 3 in der Früh aus dem Auto hüpfen muss, um die Wäsche vor dem Regen zu retten.

Ab diesem Zeitpunkt ist die Wäscheleine eingepackt geblieben und der Trockner wurde verwendet. 😉

Was wir in Matamata unternommen haben und Fotos aus Hobbiton findest du im nächsten Blogpost!

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One Reply to “(Fast) ganz oben: Bay Of Islands und Waipoua.”

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