Verhütung ist ein komplexes, oft verwirrendes Thema. Obwohl es viele verschiedene Methoden gibt, ist die Auswahl gar nicht so leicht. Sobald eine Frau aus welchem Grund auch immer entscheidet, keine hormonelle Verhütung zu verwenden, bleibt gar nicht mehr so viel Auswahl übrig.

Hier bekommst du einen Überblick über die gängigen hormonfreien Verhütungsmethoden und erhältst Tipps, worauf du während einer Reise achten solltest.

Das Kondom/Das Femidom

Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel, das Männer anwenden können. Schade, ist aber so. Das Femidom, die in Europa wenig bekannte Schwester des Kondoms, und das Kondom sind die einzigen Verhütungsmethoden, die vor Geschlechtskrankheiten schützen. Das Femidom besteht aus einem dünnen, reißfesten Kunststoff. Kondome bestehen aus Latex, aber auch latexfreie Varianten für Allergiker_innen sind erhältlich.

Der Pearl Index beim Kondom liegt bei 2-12 je nach Quelle. Beim Femidom ist der Wert bei 5-25. Die entstandenen Schwangerschaften trotz Verwendung des Kondoms oder Femidoms sind fast ausschließlich auf Anwendungsfehler zurückzuführen. Wenn man beispielsweise:

  • nicht auf das Ablaufdatum achtet,
  • ein Kondom ohne Luftpolsterung verwendet,
  • das Kondom/Femidom nicht vollkommen abgerollt wird,
  • zwei Kondome über einander getragen werden,
  • Kondome/Femidome ohne Prüfnummer aus einem Scherzartikelladen verwendet werden,
  • zusätzlich Gleitgel benützt wird,
  • das Kondom/Femidom mit Händen, auf denen bereits Sperma war, abgerollt wurde,
  • etc.

Das ist auch der klare Nachteil von Kondomen und Femidomen: Man kann viel falsch machen. Mit etwas Übung minimiert man solche Fehler allerdings!

Der große Vorteil von Kondomen ist – mal abgesehen vom bereits erwähnten Schutz vor Geschlechtskrankheiten –, dass sie einfach und rezeptfrei erhältlich sind. Femidome sind in Europa nicht sehr weit verbreitet. Kondome gibt es aber echt überall und in verschiedenen Varianten und Größen. Männer können sich durchtesten und herausfinden, welches für sie bequem ist.
Außerdem muss man sich nur in der Situation selbst mit Verhütung befassen.

Wichtige Aspekte für die Reise.
  • Kondome mögen weder starke Hitze noch Kälte. Das muss bei der Lagerung und beim Transport beachtet werden. Im Auto direkt unter der Fensterscheibe lagern ist also nicht so praktisch… Ist die Luftpolsterung weg oder das Kondom ausgetrocknet, sollte das Ding nicht mehr verwendet werden.
  • Nach der Verwendung ist es überaus praktisch, ein Mistsackerl dabei zu haben – der Umwelt und Hygiene zuliebe. Knoten rein und fertig.
  • Wenn man länger unterwegs ist, schleppt man vermutlich nicht den Jahresvorrat an Kondomen mit sich herum. Ist ja auch nicht immer abschätzbar, wie viele man braucht, oder? 😉 In den meisten Ländern gibt es Kondome zu kaufen. Aber bitte nicht auf Tankstellenklos – wer weiß, wie sie gelagert werden und wie lange die da schon drin sind? Wer aber länger außerhalb der Zivilisation unterwegs ist, sollte das bedenken.

Ganz ehrlich… Reisen soll Spaß machen! Und da gehört es für viele dazu, Sex (mit unterschiedlichen Leuten) zu haben. Wer nicht mit Partner_in reist, sollte wirklich ein Kondom/Femidom verwenden. Man kann nie wissen, wo die andere Person vorher mit seinen_ihren Genitalien war. Und auf Reisen mit Geschlechtskrankheit herumrennen ist supermühsam. Mal abgesehen davon, dass man manche Erkrankungen auch nie wieder weg bekommt.

Also: Safer Sex ist sexy! Egal, wie sehr dein Gegenüber beteuert, eh gesund zu sein. Das sieht man nämlich meistens nicht!

Kupferspirale/-kette/-ball, Goldspirale/-kette

Die Kupfer- und Goldspirale, auch als Kette und Ball erhätlich, wird vom_von der Frauenärzt_in in die Gebärmutter eingesetzt. Der Pearl Index der Kupfervarianten liegt bei 0,1-0,8. Die Goldvarianten haben einen Wert von 0,3-0,7.

Gold oder Kupfer in der Gebärmutter sorgen dafür, dass sich Spermien dort nicht wohl fühlen und nicht mehr gut schwimmen können. Sollte es dennoch zur Befruchtung kommen, wird das Einnisten der befruchteten Eizelle erschwert.
Es kommt weiterhin zum Eisprung und es gibt somit einen normalen Zyklus. Die Gebärmutter versucht allerdings bei einigen Frauen, das ungewohnte Metall loszuwerden, wodurch die Menstruation länger, intensiver und schmerzhafter sein kann. Das ist allerdings von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Außerdem braucht der Körper häufig ein paar Zyklen, um wieder einen Rhythmus zu bekommen.

Dabei sind wir schon bei einem Nachteil der Methode angelangt: Sie ist nicht für Frauen geeignet, deren Menstruation von Natur aus sehr stark und schmerzhaft ist. Das Risiko, dass es nachher noch schlimmer ist, ist schlichtweg gegeben.

Der große Vorteil ist, dass die Kupferpräparate für bis zu fünf Jahre schützen, die Goldvarianten bis zu zehn Jahre. Man muss nicht ständig an die Anwendung denken und es kann zu keinen Anwendungsfehlern kommen. Einmal drin, kann man das Thema Verhütung als erledigt ansehen – sofern nicht die Gefahr von Geschlechtskrankheiten besteht. Nach der Entnahme ist die Frau wieder sofort fruchtbar.

Diese Varianten erfordern zwar eine hohe Einmalinvestition, sind allerdings auf die Jahre hochgerechnet vergleichbar mit der Pille.

Wichtige Aspekte für die Reise.

Frauen, die eine Reise planen und sich eine Spirale einsetzen lassen  möchten, sollten die mögliche Umstellung und körperliche Veränderung nach dem Einsetzen bedenken. Aus medizinischer Sicht spricht zwar nichts gegen eine Reise direkt nach dem Einsetzen, wenn es dann aber zu stärkeren Blutungen und Beschwerden kommt, kann das im Ausland sehr unangenehm sein. Außerdem sollte zirka sechs Wochen nach dem Setzen ein Kontrollultraschall durchgeführt werden.
Ansonsten ist die Spirale  natürlich super, weil man nicht auf die Zeitverschiebung achten, keinen Müll entsorgen oder Kondome einkaufen muss.

 

Damit sind wir durch mit den nicht-hormonellen Verhütungsmethoden – bis auf Natürliche Familienplanung, Sterilisation, Diaphragma und Verhütungszäpfchen, auf die ich hier nicht näher eingehe.

Nächstes Mal beschäftige ich mich mit den hormonellen Verhütungsmitteln und was auf einer Reise dabei zu beachten ist. Also schau wieder vorbei!

Bis dahin hier eine kleine Literaturempfehlung!

 

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