Als ich vor ein paar Jahren das erste Mal von den kleinen, aus medizinischem Silikon bestehenden Bechern namens Menstruationskappen – auch Menstruationstassen genannt – gehört habe, gingen mir zwei Gedanken durch den Kopf:

  1. Wäh, hab ich dann blutige Finger?
  2. Wie soll das Ding da bitte rein passen?

Jahre und eine Ausbildung als Sexualpädagogin und Familienplanungsberaterin später ist der erste Gedanke Geschichte. Mittlerweile habe ich einen besseren und respektvolleren Bezug zu meinem Körper und erachte Menstruationsblut als etwas vollkommen Normales.

 Wie die Kappe in die Scheide passen soll, hat mich aber weiterhin beschäftigt. Egal, wie viel ich über die Vagina weiß… Die Menstruationskappe kam mir immer noch viel zu groß vor. Die Scheide ist zwar ungefähr so lang wie ein Zeigefinger, im erigierten Zustand und länger und weicher und es kann sogar ein ganzes Baby heraus kommen – aber wie so eine Tasse da rein passen soll, war mir wirklich unerklärlich. Doch mit dem Wissen kam auch die Neugier. Ich hörte immer öfter in meinem Umfeld von Frauen, die so einen Cup verwenden und die überaus zufrieden waren. Und mal ganz ehrlich… Die Menstruationskappe hat schon echt viele Vorteile:

  1. Sie sind sicher: Die Kappe bildet im Körper ein Unterdruck, sodass kein Blut ausrinnen kann. Durch die kleinen Löcher am Rand kann die Tasse aber auch wieder raus genommen werden, keine Sorge!
  2. Sie sind unsichtbar: Im Gegensatz zu Tampons hängt kein blaues Bändchen heraus. Hat mich zwar noch nie wahnsinnig gestört, aber trotzdem…
  3. Sie sind gesünder als Tampons: Mit der Tasse trocknen keine Fasern die Scheide aus, wodurch die natürliche Abwehrschicht erhalten bleibt. Das ist vor allem für Frauen, die zu Allergien, Infektionen und Pilzen neigen, eine große Erleichterung. Auch das Toxische Schocksyndrom (TSS) ist damit bei richtiger Anwendung Geschichte.
  4. Sie können länger drin bleiben: Die Tasse kann bis zu 12 Stunden im Körper bleiben – je nach Größe der Tasse und Stärke der Blutung natürlich. Dadurch muss man sich auch tagsüber nicht stressen, wenn man kein Waschbecken direkt beim Klo dabei hat.
  5. Sie sind günstiger: Bei guter Pflege kann die Tasse über Jahre verwendet werden. So spart man sich jede Menge Geld für Tampons und Binden.
  6. Sie sind umweltfreundlicher: Durch die Kappe wird viel weniger Müll produziert. Wenn man nämlich nicht die Biovariante der Tampons verwendet, sind Tampons nicht kompostierbar.
  7. Sie hilft dir, deinen Körper besser kennenzulernen: Viele Frauen können nicht einschätzen, wie viel Blut sie während ihrer Menstruation verlieren. Durch die Tasse kann man ein besseres Gespür bekommen.

Nachdem all diese Vorteile schon sehr verlockend klingen, habe ich entschieden, sie einfach mal zu testen. Die Erdbeerwoche hat mir daraufhin eine Mensturationskappe zur Verfügung gestellt.

Und wie war es?

In der Früh meines ersten Zyklustages hab ich die Tasse erst einmal in einem Topf voller Wasser ausgekocht. Meine Instagramfollower konnten das ja in meiner Story mitverfolgen. 😉 Damit die Kappe nicht am Boden aufliegt, habe ich sie – entsprechend dem Tipp der Erdbeerwoche – in einen Schneebesen gegeben. So war das ganze überhaupt kein Problem. Bekannten zufolge brennt sie zwar ohnehin nicht so leicht an wie ich befürchtet habe, aber ich wollte sie beim ersten Mal halt nicht gleich kaputt machen. 😀

Beim ersten Einsetzen hatte ich es dann schon ziemlich eilig. Ich trödle in der Früh ziemlich gerne und musste dann eigentlich schon in die Arbeit. Ich dachte mir, dass ich die Kappe gleich mal dem Härtetest Arbeit unterziehe. 😉
Nachdem ich mich schon ein wenig mit dem Beckenboden auseinander gesetzt habe, wusste ich, dass und wie ich ihn locker lassen muss, um die Kappe gut in die Scheide zu bekommen. Und siehe da! Es ging wirklich einfach. Ich dachte anfangs, ich müsste vor Nervosität vielleicht noch Gleitgel holen oder so… Aber es war echt kein Problem! Wie das mit dem Einsetzen und Herausnehmen genau funktioniert, erfährst du übrigens in diesen Videos der Erdbeerwoche!

Dann ging es schon ab in die Arbeit… Auf den ersten Metern war ich gleich mal überrascht, dass man die Tasse echt so gar nicht spürt. Klar, wenn ein Tampon richtig eingeführt wird, spürt man es auch nicht. Und die Scheide ist ja vor allem auf den ersten drei Zentimeter empfindsam. Aber trotzdem… Etwas zu wissen und etwas dann wirklich selbst zu erspüren ist etwas ganz anderes.

Und dann hatte ich den ganzen Tag Ruhe! Na gut, ich hab schon immer wieder überprüft, ob sie dort sitzt, wo sie hin soll – nämlich über den Muttermund. An Tag 2 war damit aber auch schon wieder Schluss. Am Abend wurde die Tasse dann ausgeleert, mit Wasser abgespült und neu eingesetzt. Fertig.

Mein Fazit.

Wie konnte ich bisher ohne Mensturationstasse leben? Wirklich! Ich hätte mir nie gedacht, dass ich mich nach so kurzer Zeit daran gewöhnt habe. Ich hatte Angst, sie nicht rein zu bekommen. Noch größere Panik hatte ich, sie nicht mehr raus zu kriegen. Aber es war alles kein Problem! Keine blutüberströmten Finger, kein eingesautes Klo.
Spannend fand ich auch, zu sehen, wie viel Menstruationsblut da wirklich raus kommt – nämlich ziemlich wenig. Ein volles Tampon schaut immer nach so viel aus. Dabei ist es gar nicht so… Es muss einem allerdings bewusst sein, dass man genau sieht, was alles in der Kappe ist.
Nur zwei-, dreimal am Tag daran denken zu müssen, ist auch ziemlich cool. Für unterwegs ist das viel praktischer als Tampons oder Binden. Keine Hosentasche voller Tampons mehr! Hosen und Röcke ohne Hosentasche anziehen können trotz Blutung! Yeah.

Aber gut, genug geschwärmt. Kurz gesagt: Ich bin ein Fan!

Wie du an deine Tasse kommst.

Neugierig geworden? Aber wie kommst du jetzt zu deiner eigenen Menstruationskappe und was gibt es zu beachten?

  • Suche eine Tasse aus, die aus medizinischem Silikon ist. Es gibt mittlerweile sehr viele Anbieterinnen, bei denen die Kappen aus Plastik bestehen. Wenn man schon umsteigt auf eine Kappe sollte sie auch medizinisch geprüft und gut für die Scheide sein.
  • Wie du dich für die richtige Größe entscheidest, findest du hier heraus. Ich habe die Lunette Modell 1. Der Unterschied besteht im Fassungsvermögen. Die Tassen können zwischen 15 und 34ml Blut auffangen. Nachdem eine Frau während ihrer Blutung durchschnittlich 30 bis 80ml Blut verliert, geht sich das sehr gut aus. Dennoch muss sie spätestens nach 12 Stunden entleert werden.
  • Nimm dir Zeit! Am Anfang ist das durchaus ungewohnt und auch die Erdbeerwoche sagt, dass es ein bis drei Zyklen braucht, bis man den Dreh raus hat. Bei mir ging es zwar schneller, aber so richtig geübt bin ich nach einem Zyklus auch noch nicht.
  • Die Kappe soll vor dem ersten Gebraucht 20 Minuten ausgekocht werden. Ansonsten reicht es, sie nach der Menstruation auszukochen. Manche kochen sie auch vorher nochmal aus. Im Geschirrspüler hat sie übrigens nichts verloren. Auch Seife soll nicht drauf kommen. Denk dran: Alles, was auf die Kappe kommt, kommt in die Scheide. Da hat Seife nichts verloren. Auch beim Duschen reicht zum Waschen der Vulva übrigens Wasser. Es gibt aber Reinigungstücher für unterwegs, falls man die Tasse nicht abends zu Hause ausleeren kann und sie vor dem neuerlichen Einsetzen reinigen möchte.
  • Wenn du nicht sicher bist, welche Kappe für dich passt, lass dich beraten. Entweder du fragst bei der Erdbeerwoche nach oder du kommst in die Facebookgruppe „Menstruationstasse“, wo du dir Tipps und Rat holen kannst.

Hier findest du die medizinisch getesteten Mensturationstassen der Erdbeerwoche. Einen Rabattcode der Erdbeerwoche bekommst du von mir auch gleich dazu:

FLB3R5

Viel Spaß damit! Wenn du willst, kannst du mir gerne von deinen Erfahrungen mit deiner eigenen Menstruationskappe berichten. 🙂

Die Erdbeerwoche hat mir die Lunette Modell 1 gratis zur Verfügung gestellt. An den im Post verwendeten Links verdiene ich kein Geld. Es handelt sich dabei um keine Affiliate Links!

Related Post

One Reply to “Testbericht: Menstruationskappe + Rabattcode!”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: