Studieren. Reisen. Ausbildungen machen. Sport machen. Mehr Zeit für soziale Kontakte haben. Mich mehr im Moment verlieren können. Hobbies nachgehen. Mehr bloggen.

Das alles erhoffe ich mir von meiner Bildungskarenz ab April. Zusätzlich zu 37 Stunden pro Woche arbeiten (exklusive pendeln) und selbstständiger Tätigkeit ist es nicht immer leicht, all diesen Bereichen genug Zeit zu widmen und es kommt immer etwas zu kurz. Oder ich stresse mich hin und her und kann nicht genug genießen.

In der Bildungskarenz bin ich für ein ganzes Jahr nicht arbeiten und habe somit mehr Zeit. Nachteil ist natürlich, dass ich in dieser Zeit auch nur mehr 55% meines jetzigen Gehalts bekomme. Die oben genannten Punkte sind mir das aber wert. Während meiner Bachelor- und Masterstudien habe ich es mit noch weniger Geld im Monat geschafft, also was soll’s. Es tut auch gut, wieder sparsamer und achtsamer zu leben. 😉

Die Bildungskarenz muss man mit seinem Arbeitgeber vereinbaren und dann nur mehr einen Antrag beim AMS stellen. Letzteres geht erst drei Wochen vor Beginn der Bildungskarenz. Glücklicherweise kann ich das per eAMS dann vom Ausland aus machen. Immerhin darf man in der Bildungskarenz auch verreisen. Bei Arbeitslosigkeit kann man zwar auch das Land verlassen, bekommt dann aber kein Geld – man ist ja in der Zeit nicht für den Arbeitsmarkt verfügbar.

Die Ausbildung, die man während der Karenz absolvieren möchte, soll natürlich bereichernd für die Arbeit sein. Wieso sollte der Arbeitgeber sonst zustimmen? Ich habe mich für den Bachelor in Philosophie und den Master in Gender Studies entschieden. Beides passt sehr gut zu Sozialer Arbeit und meinen verschiedenen Tätigkeiten. Dass Gender Studies mich interessiert, ist spätestens seit diesem und diesem Post, aber auch durch den Gendergap, der in meinem Blog ganz normal ist, klar. 😉

Natürlich ginge es auch, eine nichtuniversitäre Ausbildung zu machen. Es muss ja nicht immer ein Studium sein. Und auch Personen ohne Matura sollen Bildungskarenz machen können. Ich habe nebenbei auch vor, verschiedene Seminare zu machen. Allerdings komme ich mit diesen Seminaren nicht auf die erforderlichen 20 Wochenstunden. Das ist an der Uni leichter. Das AMS fordert hier nämlich 8 ECTS pro Semester.

Heute war ich fachhochschulgewohnte Person zum ersten Mal auf der Uni, um zu inskribieren. Vor neun Jahren war ich mal mit einer Freundin auf der Uni, weil sie keine Lust hatte, alleine hin zu gehen. Deshalb dachte ich, ich find da sicher wieder hin. Kann ja nicht so schwer sein. Irrtum! Es gibt zwar Hinweisschilder, aber irgendwo bin ich dann trotzdem falsch abgebogen und bei der Fakultät für Philosophie gelandet. Im kommenden Semester wird das sicher mal der richtige Weg sein – für die Zulassung ist er es aber nicht. Also bin ich erst einmal 15 Minuten herum geirrt und hab kurz überlegt, ob Google Maps mir da wohl weiter helfen kann. Aber ich hab es dann doch ohne geschafft. Wer mir auf Instagram folgt, hat die Abenteuerreise in meinen Stories gesehen. 😉 Aber eigentlich ist es ziemlich einfach, hinzugehen. Einfach nicht beim großen Haupteingang rein, sondern beim kleineren Eingang näher an der U-Bahn… 😀

Endlich bei der Zulassung angekommen, hab ich mich gleich wieder nicht ausgekannt. Da waren drei Wartebereiche und Bildschirme, wo Nummern darauf stehen. Mit einem lustigen Bing erscheint immer die nächste Nummer, die eintreten darf. Gab es das vor neun Jahren auch schon? In meiner Erinnerung war die Zulassungsstelle genau ein Raum. Jetzt gibt es verschiedene Bereiche. Und wo kriegt man so eine Nummer her?

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Wer nicht die ganze Zeit Instagram-Stories postet und somit am Weg zur Zulassungsstelle Schilder lesen kann ist da klar im Vorteil. Dann hätte ich nämlich das Schild mit „Wartenummern hier“ womöglich gleich gesehen. Naja, egal… Nachdem ich mich für die Nummer angestellt habe und sie in den Händen hielt, suchte ich meinen Wartebereich für das Masterstudium auf. Und wartete. Eine halbe Stunde später kam dann meine Nummer. Yeah. Drinnen zeigte ich nur mehr mein Bachelorzeugnis und meinen Pass her und habe den ÖH-Beitrag von 19,20€ bezahlt. Mit Bankomat. Die nehmen nämlich kein Bargeld, was sie sehr sympathisch macht, wie ich finde, nachdem ich selten Bargeld verwende. 😀

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Für den Bachelor musste ich dann in einen anderen Wartebereich. Meine Nummer wurde aber einfach eingeschoben und ich musste nicht mehr warten. Überaus praktisch! Dort habe ich nur mehr mein Maturazeugnis hergezeigt und fertig. Lustige Reihenfolge eigentlich. Ich wurde für einen Master zugelassen, muss aber mein Maturazeugnis herzeigen. 😀

Ich habe das Abenteuer Inskription jedenfalls geschafft. So wie ganz viele andere Menschen vor mir auch schon. Trotzdem fühle ich mich ein wenig heroisch. Keine Ahnung, warum…

Und jetzt noch ein paar Tipps und Infos, die ich in den kommenden Wochen zusammengesammelt habe und dir vielleicht bei der Zulassung an der Uni Wien helfen:

  • Wer einen Master an der Uni Wien machen möchte, seinen Bachelor aber im Ausland oder an der Fachhochschule gemacht hat, sollte wissen, dass es 12 Wochen dauern kann, bis die Unterlagen geprüft sind.  Das kann dazu führen, dass man erst im folgenden Semester beginnen kannst. Nachdem das bei mir aufgrund der Reise unpraktisch gewesen wäre, habe ich per Mail und Telefon gefragt, ob das wirklich so lange dauert und die Antwort lautete „Ja!“. Zwei Stunden nach dem Telefonat hatte ich dann aber meine Zusage für den Master. Es hat bei mir also nur zwei Wochen gedauert statt 12. Dennoch sollte man das wissen.
  • Wenn da steht, sie wollen die gesamten Dokumente als PDF haben, wollen sie auch die seitenweisen Anhänge haben, die beim Abschlusszeugnis dabei sind. Wenn man schon dabei ist, kann es echt nicht schaden, alle wichtigen Dokumente zu scannen und sie in der Cloud zu speichern. Dann hat man auch vom Ausland aus Zugriff und hat ein Backup, falls mal etwas mit den Originalen passiert.
  • Am Tag der persönlichen Anmeldung wollen sie wirklich nur Originale sehen. Also auch einen Ausweis.
  • Inskription vor Ort dauert. Bei mir ging es recht schnell und ich habe trotzdem eine Stunde gebraucht. An anderen Tagen ist sicherlich mehr los und es dauert länger.
  • Wer sich wie ich für einen Bachelor und Master gleichzeitig inskribiert, sollte zuerst zur Anmeldung des Master gehen. Dort sind weniger Leute und sie können einen beim Bachelor vorreihen. Spart einiges an Zeit.
  • Und natürlich mein Spezialtipp: Gleich die Wartenummer mitnehmen erspart einem echt Zeit. 😀

Viel Spaß beim Studium!

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2 Replies to “Verloren auf der Uni: Wie das mit der Bildungskarenz und dem Inskribieren auf der Uni funktioniert!”

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