Maissirup. Fructose. Lactose. Dextrose. Glucosesirup. Amazake. Sucrose. Galactose. Maltose. Oder besser bekannt als Zucker.

Seit etwas mehr als einer Woche bin ich wieder bei der Ernährungsberatung und ernähre mich wieder gesund. Das heißt: Ich achte auf eine Regelmäßigkeit und Ausgewogenheit in meiner Ernährung. Drei Mahlzeiten und ein bis zwei Snacks am Tag. 12 Stunden Pause zwischen Abendessen und Frühstück. Eine ausgewogene Mischung an komplexen Kohlenhydraten, Proteinen und Gemüse.

Der Umstieg von „Ich esse einfach alles, was ich finden kann.“ zu gesund fiel mir nicht schwer, weil ich es bis Ende letzten Jahres ohnehin so gehandhabt habe. Nach drei Jahren gesunder Ernährung bleibt da schon einiges hängen. Außerdem darf ich dank des Sportes jetzt mehr essen als damals und bin wirklich satt. Yeah!

Was aber echt schwer ist, ist der Verzicht auf Zucker in Form von Naschereien. Nicht umsonst sprechen viele davon, dass Zucker eine Droge ist und süchtig macht. Die regelmäßigen und ausgewogenen Mahlzeiten sorgen zwar für einen konstanten Blutzuckerspiegel, wodurch ich bisher keine Heißhungerattacken hatte.
Dennoch habe ich gemerkt, dass meinem Körper etwas abgeht. Ich hatte in der ersten Woche ohne Süßigkeiten öfter Kopfweh, war müde und fühlte mich antriebslos. Ob ich besonders grummelig war, musst du bitte die Leute in meinem Umfeld fragen. 😉
Außerdem habe ich gemerkt, dass Naschen wieder zu einer Gewohnheit geworden ist. Einmal hätte ich mir fast etwas zum Naschen genommen, ohne es mitzubekommen. Nach dem Mittagessen habe ich immer Lust auf etwas Süßes. Sogar geträumt habe ich vom Naschen! Sehr schräg.

Während meines ersten Besuchs bei der Ernährungsberatung vor drei Jahren haben P. und ich drei Monate lang auf Süßes verzichtet. Erst dann haben wir uns 500 Kalorien pro Woche selbst eingeteilt für Süßigkeiten oder Knabbereien. In dieser Zeit habe ich gelernt, eine Rippe Schokolade essen zu können, ohne die ganze Packung zu vernichten. So funktioniert Genuss und so sollte es aus meiner Sicht auch sein. Es ist ja kein Problem, sich mal was zu gönnen. Aber eben in Maßen.

Damals habe ich übrigens auch gemerkt, wie sehr sich die Geschmacksnerven verändern. Seit ich wenig genascht habe, finde ich Fertigprodukte meist viel zu stark gewürzt und einfach grauslich. Auch Süßigkeiten haben plötzlich viel süßer geschmeckt. Wenn ich einen Kuchen gebacken habe, habe ich weniger Zucker rein gegeben, damit er mir nicht zu süß ist – was den meisten dann zu pikant war.

Versteckte Zuckerquellen wie in Weizenbrot, gesüßten Getränke und Fertigprodukten esse ich schon seit drei Jahren nicht oder kaum. Vollkornbrot ist mir mittlerweile viel lieber, auch wenn es manchmal nicht leicht zu finden ist. Nur weil Brot nicht weiß ist, heißt das nicht, dass es aus Vollkorn ist und einen geringen Weizenanteil hat. 😀 Aber wenn man mal die ganzen Inhaltsstoffe der diversen Brotarten durch hat, weiß man halbwegs, was geht – und was nicht.

Ich bin ja froh, dass ich schon mit elf Jahren angefangen habe, hauptsächlich Wasser zu trinken. Keine Ahnung, was mich damals dazu gebracht hat. Aber ich bin echt froh… Sonst müsste ich das auch umstellen und das stelle ich mir mühsam vor. Cool Teas und selbst zusammengemischte Limonaden aus Zitronensaft, Minze und Ingwer sind da schon cool, aber halt auch nicht dasselbe.

Nachdem es echt zach ist, Heißhungerattacken zu haben, hier noch ein paar Tipps, wie man sie verringern oder vermeiden kann:

  • Greif lieber zu Vollkornprodukten. Sie halten deinen Blutzuckerspiegel niedrig und es kommt nicht zu großen Blutzuckerschwankungen und in Folge dessen zu Heißhunger.
  • Proteine haben keine Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel und machen satt.
  • Um Energietiefs nach dem Essen vorzubeugen, einfach einen gesunden Snack (zum Beispiel Obst, Studentenfutter, Naturjoghurt etc.) zwei Stunden nachher essen.
  • Fertigprodukte und gesüßte Getränke weglassen. Stattdessen kalten oder warmen Tee ohne Zucker trinken. Man gewöhnt sich mit der Zeit dran. 😉
  • Zwischendurch Rohkost geht immer! Gemüse hat kaum Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Karotten knabbern hilft auch gegen Naschwünsche aufgrund von Langeweile oder Gewohnheit. Selleriestangen gehen auch, haben aber schon einen ziemlichen Abnehmtouch beim Essen. 😀
  • Probier verschiedene Zuckeralternativen wie Stevia und Xylit aus.
  • Achte darauf, genügend Ballaststoffe (beispielsweise in Hafer, Äpfeln, Bananen, Mangos) zu essen. Dadurch wird die Aufnahme von Zucker im Körper verlangsamt und es kommt nicht zu unkontrollierbaren Fressflashs.
  • Mehrere kleine Mahlzeiten halten den Blutzuckerspiegel konstant.
  • In einigen Lowfat-Produkten ist mehr Zucker drin, um das Fett zu ersetzen. Dadurch haben die Produkte weniger Kalorien, beeinflussen so aber den Blutzuckerspiegel. Es macht also nicht immer Sinn, nur Lowfat-Produkte zu kaufen. Einfach die Ernährungstabellen anschauen!
  • Frühstück nicht vergessen! Und zwar nicht die Schoko-Crunchy-Müslis. Wer in der Früh gut satt ist, hält den ganzen Tag besser durch. Für viele ist das eine riesen Herausforderung, ich weiß, aber es bringt viel!
  • Sport! Dadurch steigt der Serotoninspiegel, der für das Wohlbefinden zuständig ist – besser bekannt als Glückshormon. Dadurch fühlt man sich besser und der Körper will es nicht durch Süßes kompensieren.
  • Und wenn es echt nicht mehr geht und du unbedingt naschen willst? Lenk dich ab. Und wenn es immer noch nicht geht: Iss Obst. Oder Trockenfrüchte, aber nicht zu viele.

Diese Tipps sind natürlich nur für Leute, die meinen, zu viel zu naschen und die das ändern möchten! Wenn du naschen willst und es für dich passt, dann wünsch ich dir Mahlzeit und genieß es! 🙂

 

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