2. Jänner 2018. 8:30. Gemeinsam mit all den Neujahrsvorsätze-einhaltenden Leuten werden P. und ich im Wartebereich der Ernährungsberatung, bei der wir schon vor mittlerweile drei Jahren waren, sitzen.

Vielleicht denkst du dir jetzt „He, schreibt die in ihrem Blog nicht andauernd was von Bodypositivity und dass man nicht abnehmen muss und so?“. Gut aufgepasst, ja. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass Menschen sich so mögen, wie sie sind. Diäten sind Mist. Selbstliebe ist sexy!

Wie passt das dann mit meinem neuerlichen Besuch bei der Ernährungsberatung zusammen?

Ganz einfach: Ich mag meinen Körper. Ich bin stolz auf all die tollen Dinge, die er schafft. Ich bin ihm dankbar. Im November und Dezember habe ich es aber ordentlich krachen lassen. Und es war geil. Lebkuchen, Chips, fettiges Essen, Alkohol etc. Aber es tut mir langfristig nicht gut, mich so ungesund zu ernähren.

Anfangs war mir sehr oft sehr schlecht, weil mein Magen mit ungesundem Kram nicht mehr klar kommt. Seit meinem damaligen Besuch bei der Ernährundugsberatung, als ich sieben Monate lang wöchentlich dort war, habe ich mich großteils gesund ernährt. Zur Zeit der Ernährungsberatung natürlich, um abzunehmen. Danach, weil ich es gewohnt war und ich gelernt hatte, dass es sich gut anfühlt, meinen Körper mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen. Sich nicht ständig vollgestopft zu fühlen. Weniger müde zu sein. Mehr Energie zu haben. Sich selbst mehr zu spüren und einen reflektierten Umgang mit den Lebensmitteln, die man seinem Körper zuführt, zu haben. Das war ein tolles Gefühl und deshalb habe ich mich auch weiterhin so ernährt. Mit Ausnahmen natürlich. Muss ja auch sein.

Schon Anfang 2017 merkte ich, dass ich nicht mehr ganz am für mich richtigen und gesunden Weg war. Wieder einen gesunden Rhythmus zu finden fiel mir damals aufgrund des Halbmarathontrainings wahnsinnig schwer. Nach einer 15-Kilometer-Einheit hatte ich einfach Hunger und wenn ich keinen gesunden Snack aß, futterte ich alles, was ich finden konnte. Ich fand kein gutes Mittelmaß. Wenn ich nur nach meinem alten Ernährungsplan aß, nahm ich aufgrund der großen Menge an verbrauchten Kalorien während der Trainingseinheiten drei Kilo pro Woche ab – definitiv zu viel. Wenn ich mich nicht dran hielt, aß ich zu viel und nahm zu. Ich war zu dieser Zeit ein klassisches Jojo.

Im November diesen Jahres fing es dann aber so richtig mit dem ungesunden Kram an. Ein paar Keksi hier, ein Gläschen Punsch da. Bis es irgendwann ein wenig ausgeartet ist. 😉 Ich hab in diesen beiden Monaten mit Sicherheit mehr genascht und geknabbert als in den letzten drei Jahren zusammen.

Wie gesagt: Es war geil. Aber irgendwann muss auch wieder Schluss sein. Nicht, weil ich dadurch stark zugenommen habe. Ich bin mir zwar sicher, dass ich Fett zugelegt habe, weiß aber nicht, wieviel, weil ich ja nicht auf die Waage steige. Ich spüre aber, dass ich mich nicht mehr so wohl fühle wie sonst. Ich bin unmotivierter und müder und sehne mich nach gesundem Essen. Obst und Gemüse war in den letzten Wochen Mangelware.

Natürlich könnte man jetzt sagen: Na dann iss halt wieder gesund, wenn du dich eh schon danach sehnst! Nach zwei Monaten voller Zucker und Fett merke ich aber, dass ich es alleine nicht hin bekomme. Nicht umsonst heißt es, dass Zucker einer der suchterregendsten Stoffe ist. Ich brauche wieder wöchentliche Termine und Gespräche über gesunde Ernährung. Ich sehne mich nach den Messungen, die mir meine Erfolge in Zahlen präsentieren und mich motivieren, den ungesunden Kram nicht mehr zu essen. Ich möchte Fragen, die in den letzten Jahren aufgekommen sind, beantwortet haben.* Auch auf neue Rezepte freue ich mich schon sehr.

Ich bin immer gerne zur Ernährungsberatung gegangen und habe mich die letzten zwei Wochen schon sehr darauf gefreut. Mein Körper freut sich ganz besonders drauf. Der braucht nämlich endlich wieder mehr Energie und Körperbewusstsein. Und um Letzteres geht es ja bei Bodypositivity. Dabei hilft mir die Ernährungsberatung. So werde ich wieder mehr zu mir finden und meinen Körper wieder mehr mit Respekt und Liebe behandeln.

Andere schaffen das vielleicht auch ohne Hilfe. Das ist schön. Bei mir funktioniert das aber mithilfe der Ernährungsberatung am besten. Und das ist auch in Ordnung so. Dafür gibt es ja Expert_innen! 🙂

Und wieso der 2. Jänner? Das hat nichts mit Neujahrsvorsätzen zu tun. Das Datum hat einen anderen Grund: Bis dahin sind alle Kekse und anderen Leckereien – hoffentlich – aufgegessen und das Verführungspotential in meiner Wohnung reduziert. Ich weiß nicht, wie das Leute, die zum Rauchen aufhören und sich eine Packung Zigaretten aufheben, machen. Ich bevorzuge eine cleane Wohnung. 😀

 

*So etwas wie: Sind Hirsebällchen und Maiswaffeln gesund? 😀

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2 Replies to “Zurück zur Ernährungsberatung! Warum ich wieder hingehe.”

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