Neulich habe ich die Werbung für ein Sportfest in Wien gesehen. Ich finde es echt toll, dass es in Wien viele sportliche Veranstaltungen gibt. Besonders, wenn man bei so einem Fest viele verschiedene Sportarten testen kann. Aber… Ja, natürlich muss es bei mir ein ABER geben… 😉

Als ich dann diesen Programmausschnitt sah, war ich nicht mehr so begeistert:

Sport in deiner Stadt

Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass die Veranstalter_innen einen Tag speziell für Mädchen bieten. Frauensport gehört auch heute noch speziell gefördert. Immerhin treffe ich bei meiner Arbeit mit Jugendlichen sehr oft Mädchen, die meinen, Sport sei etwas für Burschen und nicht feminin und sowieso einfach unnötig.

Jetzt kommt das ABER: Wieso muss es bei den Mädchen als erstes um Cheerdance gehen? Warum heißt normaler Fußball plötzlich Fußballerina? Und warum ist Selbstverteidigung meistens nur ein Mädchenthema?

Ich finde es wirklich schade, dass manche Mädchen offenbar nur so für Sport motiviert werden (können). Liegt es daran, dass viele Mädchen wirklich nur so erreicht werden? Wenn das wirklich so ist, woher kommt das wohl?

Vielleicht kommt es von weiblichen Vorbildern, die über unnötige Diäten quatschen, statt über sportliche Aktivitäten zu reden. Oder vom Turnunterricht in der Schule, in dem Mädchen den ganzen Tag Völker- oder Volleyball spielen, ein bisschen Geräteturnen, Walken und einmal im Jahr eine mühsame, demotivierende Runde Fußball gegen die Burschen spielen – die übrigens während ihrer Turnstunde nichts anderes machen als Fußball zu spielen.* Womöglich liegt es auch daran, dass man medial viel mehr von Profisportlern hört als von Profisportlerinnen – außer, das Österreichische Frauenfußballteam ist grad besonders gut und deshalb in den Medien.** Oder es hat auch etwas mit Familienmitgliedern zu tun, die Burschen ein Fußballdress und Mädchen ein Tütü schenken, einfach weil es halt so gehört. Oder…

Also mir würden noch ganz viele Gründe einfallen, warum Mädchen bei einem Sportfest eher von „Fußballerina“ angesprochen werden als einfach von Fußball, und eine Mehrzahl an Burschen sich für Fußball als für Tanz, Leichtathletik oder was auch immer interessiert.

Vielleicht könnten wir ja alle ein bisschen bessere Vorbilder für heranwachsende Mädchen und Burschen sein und ein bisschen darauf achten, sie nicht sofort in Geschlechterrollen zu drängen – sei es im Sport oder sonst wo. Das heißt natürlich nicht, dass Mädchen nicht Ballerina und Jungen kein Profifußballer werden dürfen! Hauptsache, sie entwickelt eine Leidenschaft für Sport und es stehen ihnen alle Möglichkeiten offen.

 


*So war zumindest der Turnunterricht während meiner gesamten Schulzeit. Glücklicherweise gibt es aber auch Sportlehrer_innen, die das anders machen!

** Vermutlich waren sie auch vorher schon super und es hat nur fast niemanden interessiert…

3 Replies to “Mädchensport: Wieso heißt Fußball plötzlich Fußballerina?”

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