Ich nehme gern an Wettkämpfen teil. Es motiviert mich, um gezielter Sport zu machen und ist ein tolles Gefühl, gemeinsam mit anderen ein Ziel zu verfolgen. Genauso gerne stehe ich aber auf der anderen Seite und feuere an. Mit Freude brülle und klatsche ich, bis meine Stimme vollkommen hinüber ist. So auch gestern…

Aber ich fange von vorne an. 😉

Vor ein paar Monaten saß ich mit Freundin T. zusammen und wir quatschten über Sport. T. hat seit ich sie kenne immer gerne Sport gemacht. Laufen, Krav Maga, Kraftsport. An diesem Abend erzählte sie mir, dass sie seit kurzem total gerne schwimmen geht. Es gehe ihr bei Läufen, die sie direkt nach der Schwimmeinheit macht, viel besser als sonst und sie habe total Spaß dabei, beides hintereinander zu machen. Ich lachte und meinte: „Wennst dazwischen noch bissl mit dem Rad fährst, kannst auch gleich einen Triathlon machen.“.

Nur wenige Tage später meldete sie sich bei mir, weil ihr mein Satz keine Ruhe ließ. Kurz darauf meldete sie sich für die Sprint-Distanz des Podersdorf-Triathlon an. 750 Meter Schwimmen – 20 Kilometer Radfahren – 5 Kilometer Laufen.

Was folgte war Training und ein Infogespräch mit meinem Partner P., der ja bereits an mehreren Triathlon teilgenommen hat. Er erklärte ihr, worauf sie achten soll, wie der Ablauf am Wettkampftag sein würde und welches Equipment sie auf jeden Fall benötigte – und was nicht unbedingt.

Gestern war es dann so weit: Wettkampftag! Um 5:45 (nicht unbedingt meine liebste Uhrzeit, um aufzustehen) fuhren wir gemeinsam nach Podersdorf. Wetter: Mies. Regen, starker Wind, saukalte 13 Grad. Wassertemperatur: 17 Grad. Ich beneidete T. nicht. Sie war trotzdem bewundernswert fröhlich.

Nach dem Startnummer abholen ging es weiter zum Check In des Equipment. Das Rad, die Laufschuhe und so weiter wurden in der Wechselzone verstaut, wo man sich nach dem Schwimmen und dem Radfahren umzieht. Outdoor, versteht sich.

Zur Wechselzone haben nur die Athlet_innen Zugang. Es traf sich gut, dass ein triathlonerprobter Freund genau zur selben Zeit in die Wechselzone kam und Frischling T. begleitete. So konnte er ihr zeigen, wie sie ihr Equipment optimal zurecht legt und gab ihr noch Tipps für den Wettkampf. Zum Beispiel: „Dir wird beim Schwimmen jemand mit dem Fuß ins Gesicht treten. Vermutlich mehrmals. Das ist unabsichtlich. Sei darauf gefasst.“ War gestern aber kein Problem, weil der Neusiedlersee durch den Sturm noch seichter war als sonst und viele einfach durchspazierten.

Das Wetter wurde bis zum Start nicht besser. Sondern stürmischer. Der Neusiedler See peitschte den Athlet_innen mit Wellen und Gatsch entgegen. Kurz wurde darüber gesprochen, ob der Schwimmbewerb abgesagt wird – wurde er aber nicht. Auch von Neopren-Pflicht war die Rede – das wäre das Aus für T. gewesen. Welcher Triathlon-Frischling hat schon einen Neopren mit dabei? Man durfte dann auch ohne Neo antreten, auch wenn es saukalt war. Am Start zeigte sich, dass die meisten Teilnehmer_innen keine Frischlinge waren. T. war eine von ganz wenigen, die ohne Neo schwammen.

Ich glaub übrigens, ich hätte an diesem Punkt umgedreht. Nicht aber T.! Sie ging unbeirrt und frierend weiter zum Start. Und ab ins Wasser. Nicht mal 18 Minuten später war sie schon wieder draußen. Rückenwind sei dank ging es bei allen schneller als sonst. T. meinte, es kam ihr viel länger vor. Verständlich.

Mit gatschigem Gesicht ging es weiter in die Wechselzone und aufs Rad.

52 Minuten später waren sie und ihr Mountainbike zurück. Fast alle anderen waren mit Rennrädern unterwegs. T. meisterte es trotz Sturm und dickeren Reifen.

Und schon ging es weiter zum Laufen.

5 Kilometer und flotte 36 Minuten später kam T. überglücklich im Ziel an. Ihr erster Satz: „Wie geil ist das bitte!“.

Genau deshalb ist sie meine Heldin des Monats! Sie hat dem Sturm und den Temperaturen getrotzt, hat ihren ersten Triathlon gemeistert und ist auch noch glücklich und fröhlich im Ziel angekommen. Sie hat bewiesen, dass es auch ohne Neo, teurem Rennrad und Triathlonbekleidung möglich ist. Obwohl es schon Rennradkaufpläne gibt. 😉

T., ich bin sehr stolz auf dich! Du bist ein Wahnsinn! Und deine Zeit von 1:52:51 sowieso.

Ach ja, der männliche Gewinner hatte eine Zeit von 59:11, die beste Frau kam nach 1:08:04 ins Ziel.

Related Post

3 Replies to “Meine Heldin des Monats: Tanjas erster Sprint-Triathlon!”

  1. Respekt und Anerkennung für die konsequente Unterstützung deinerseits!! Denn auchbwenn och genau wie du die Wettkämpfe als Motivationsspritzen benutze und zu schätzen weiss, so bin och doch auch jedesmal glücklich wenn ich spüre höre oder sehe wie mir am Streckenrand jemand Mut zuspricht oder -winkt. DAS ist wahrer Sportgeist!!

    1. Danke! 🙂 Ich bin einfach immer so dankbar für alle, die mich immer so toll anfeuern, dass es einfach gut tut, das zurückzugeben. 🙂 Es gibt nichts Schöneres als zu sehen, wie Athlet_innen die Anfeuerungsrufe hören und lächeln. Oft genug sind Leute bei mir vorbei gelaufen, die offensichtlich innerlich gehadert haben und so wieder ein bisschen Motivation bekommen haben. Dieses „Wieso tu ich mir das an“-Gefühl kennen wir ja alle selbst von unseren eigenen Wettkämpfen. 😀

  2. Da kann ich mich wirklich nur anschließen. Ohne deine tolle Unterstützung und deine Zurufe am Streckenrand (und natürlich auch die von P.) hätte ich das nie geschafft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: