Gestern fand in Wien der 30. Österreichische Frauenlauf statt. Ich hab dir ja letzte Woche erzählt, dass ich zum vierten Mal beim 10km-Bewerb teilnehme.

Der Frauenlauf war wie immer wunderbar organisiert. Die Festwiese ist ausgestattet mit allerlei Ständen, die sowohl Gesundes wie auch Ungesundes boten – Kostproben inklusive. Die Startnummernausgabe ging flott. Die Startsackerl waren mal wieder zum Bersten voll. Es gab Shows und Interviews auf der Bühne. Am Wettkampftag gab es ein gemeinsames Aufwärmprogramm, bei dem ich wie jedes Jahr nicht teilgenommen habe, weil ich mich lieber anders aufwärme. Die Startblöcke waren gut beschriftet und fein eingeteilt. Und: Es gab genug Klos! Und das ist bei so einem Laufbewerb leider keine Selbstverständlichkeit. Die Dixi-Klos sind sogar beschriftet mit „Noch … WCs bis zum Start“, damit sich alles gut aufteilt und man nicht ewig wartet. Also nicht so wie beim Halbmarathon, als ich zwei Startblöcke später als geplant losgelaufen bin, weil die Kloschlange so unendlich lang war. 😀

Das Wetter war heuer ausnahmsweise nicht so heiß wie die Jahre davor. Und darüber war ich unendlich dankbar! Letztes Jahr hatte ich nach dem Lauf offensichtlich einen Sonnenstich. Das blieb mir gestern erspart. Es war bewölkt, kühl und feucht, weil es in der Nacht geregnet hat. In der Früh hat es dann glücklicherweise nicht mehr geregnet. Nur in der Nacht hat mich der laute Sturm wach gehalten – Dachschrägenfenster sei dank.

Im Startbereich angelangt, ging es überschwänglich los. Das zu schnelle Loslaufen hat ja beim Laufen hilft! dazu geführt, dass ich die 10 Kilometer eher gelitten habe. Das wollte ich diesmal natürlich vermeiden. Beim Frauenlauf ist das aber für mich eine besondere Challenge. Die Frauen starten unglaublich schnell los und laufen wie die Hasen um einen herum, schneiden einen und rämpeln einen an. Gar nicht so einfach, da langsam zu bleiben. Ich habe es aber halbwegs hinbekommen. Nach 2 Kilometern war dann auch endlich mehr Platz und ich wurde nicht von allen Seiten angeschwitzt. Und so konnte ich den Lauf dann genießen. Ich lief so schnell meine Beine es erlaubten. Nach 1:10:46 kam ich hinig, aber glücklich im Ziel an.

Von einer neuen persönlichen Bestzeit war ich mindestens 3 Minuten weit entfernt. Das heißt auch, dass ich 3 Minuten langsamer war als im Vorjahr. Mir war es egal. Letztes Jahr lief ich mit Tränen in den Augen, weil ich so verbissen war und mich ärgerte, mein Ziel von unter einer Stunde nicht erreicht zu haben. Ich wollte alle paar Meter aufhören und drauf pfeifen.

Dieses Jahr ging ich es locker an, genoss den Lauf und die Stimmung. Ich gab mein Bestes und fühlte mich wohl. Und das ist doch das, worum es gehen soll! Ich bin keine Profiläuferin und will es auch nicht werden. Ich will Spaß haben! Klar wäre es fantastisch gewesen, meine Zeit vom letzten Jahr zu unterbieten oder gar mein Ziel, die 10 Kilometer in unter einer Stunde zu erreichen, aber zu welchem Preis? Wenn meine Beine nicht schneller können, ist das eben so. Immerhin sind sie noch im Halbmarathonmodus und sind die schnellen Läufe noch nicht so gewohnt. Dafür haben sie mich 21 Kilometer wunderbar getragen und unterstützen mich täglich beim Erreichen meiner Ziele. Am schneller laufen arbeiten wir ja fleißig. 🙂 Und wer weiß – vielleicht ist beim nächsten 10k-Bewerb ja eine neue persönliche Bestzeit drin!

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