Wandern finde ich ja total schön. In der Natur herumklettern, die Ruhe genießen und einen fantastischen Ausblick genießen. Zusätzlich noch ein geniales Training! Nur leider gibt es offenbar Dinge, die sich noch nicht geändert haben, seit ich mich in den Sport verliebt habe…

Ich bin als Jugendliche öfter wandern gewesen – fast immer im Rahmen eines Pfadfinderlagers. Das war für mich meistens zach. Nicht, weil die Strecken blöd waren oder die anderen Teilnehmer_innen irgendwie nicht gepasst hätten. Nein! Es lag nur an meiner nicht vorhandenen Ausdauer und Kraft. So waren die meist zwei Tage, manchmal auch drei Tage andauernden Wanderungen für mich immer eine wahnsinnige Herausforderung. Alle anderen rannten förmlich den Berg hinauf, während ich ganz hinten nachkroch. Zwischendurch wurde natürlich zusammengewartet. Das war mir aber sehr unangenehm, weil ich dann immer schnaufend und vollkommen nass ankam, während die anderen schon voll lang gewartet haben. Mal abgesehen davon, dass man als letzte Person nie g’scheite Pausen machen kann… Kaum kommt man an, geht es schon weiter – die anderen haben ja schon genug durchgeschnauft. Besonders demotivierend ist es übrigens, wenn die Gruppe dich vorgehen lässt. Ich bin nämlich immer besonders schnell gegangen, wurde aber nach kürzester Zeit eingeholt. Yay!

Dennoch hab ich es immer überlebt und es war ein tolles Gefühl, endlich oben anzukommen. So schaffte ich es auf den Hochkogel, Hochlecken, die Rax usw.

Nur eine Wanderung aus der Zeit blieb mir auch aufgrund des Weges sehr gut in Erinnerung: Die zweitägig geplante, wetterbedingt dann aber dreitägige Wanderung in den Karpaten in Rumänien war wunderbar. Ich weiß nicht, was damals plötzlich mit mir los war, aber da ging es richtig gut voran. Ich genoss den gesamten Aufstieg. Die Hütte oben war dann zwar echt ekelhaft und furchtbar, aber so ist das halt mit 30-Bett-Matratzenlagern…

Nun gut, zurück in die Gegenwart! Ich war nämlich letzte Woche auf Teamklausur auf der Hohen Wand und somit seit Ewigkeiten mal wieder auf einem Berg. Meine Pfadfinderzeit ist halt mittlerweile auch schon länger her… Und zwar offenbar so lange, dass ich gleich mal total unpraktische Schuhe mit hatte! Wozu die Wander- oder Trekkingschuhe mitnehmen, wenn man auch Converse hat? Sehr schlau… Sonnencreme wäre übrigens auch ein Hit gewesen, aber gut.

Falsche Schuhe

Während der zweitägigen Klausur saßen wir auf einer Hütte gleich bei einem Gipfelkreuz. Nach dem deftigen Hüttenmittagessen (Wieso muss das immer so fettig sein?) entschieden wir uns für einen „kleinen Spaziergang“ zu einer Hütte weiter unten. Schon beim Bergabgehen war klar, dass Converse echt blöde Bergschuhe sind und der Kraft-Ausdauer-Lauf am Vorabend nicht so schlau war. Mit wackligen Gummibeinen ging ich also etwa eine halbe Stunde runter zu der Hütte, die dann leider geschlossen hatte. Übrigens für immer. Also wenn jemand eine Hütte kaufen will, da steht eine zum Verkauf…

Durstig und schon etwas erschöpft ging es also wieder rauf. Mir war heiß und ich war nass. Dunstige Höhenluft halt. Aber nicht nur das… Ich war langsam! Sooo langsam. Und wieder ging ich als letzte und alleine. Meine Kolleg_innen bat ich, nicht dauernd zwischendurch zu warten. Sie hielten sich brav dran und ich war froh, meine Ruhe zu haben. So konnte ich schnaufen und mir zwischendurch das Leiberl rauf ziehen, ohne darüber nachzudenken, wie ich dabei klinge und ausschaue. Erst ärgerte ich mich darüber, wie man zwei Wochen vorher einen Halbmarathon schaffen und dann so keuchen und langsam dahin schleichen kann. Dann entschied ich aber, es einfach zu genießen. Ich legte Pausen ein, wann ich wollte. Machte Fotos von der schönen Landschaft. Genoss die Ruhe und Einsamkeit. Und schlussendlich kam ich auch irgendwann oben an. Verschwitzt, aber glücklich. Und so viel später als die anderen war ich auch gar nicht oben – angeblich.

Hohe Wand 2

Im Endeffekt hat sich am Berg für mich gezeigt, dass meine Entscheidung für den neuen Trainingsfokus gut war. Meine Ausdauer war ja im Endeffekt nicht das Problem. Schnaufen darf man ja beim Wandern. Es war eher die Kraft, die mir in den Beinen gefehlt hat. Und genau daran arbeite ich gerade.

Außerdem fordert mich sowas nur heraus und ich werde einfach öfter wandern. Das nächste Mal aber mit passenden Schuhen und Sonnencreme. 😉

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