Meistens wenn ich erzähle, dass ich eine Trainerin habe, die mir meine Trainingspläne schreibe, werde ich komisch angeschaut. „Wozu brauchst du das?“ „Hast du zu viel Geld?“ „Das ist ja voll unnötig. Musst ja nur laufen.“ „Aber machen musst du es ja trotzdem selbst!“ Und natürlich ist da etwas Wahres dran. Klar kann ich auch ohne Trainingsplan trainieren und werde mich verbessern. Sicher ist das auch mit Kosten verbunden. Und ja, auch selbst laufen „muss“ ich noch. Wobei letzteres meistens von Leuten kommt, die selbst nicht viel Bewegung machen und nicht nachvollziehen können, warum man überhaupt freiwillig Sport macht geschweige denn bei Wettkämpfen mitmacht. Weil: „Gewinnen kannst ja eh nicht!“

Warum ich also nicht mehr auf meinen Trainingsplan verzichten möchte? Das erfährst du heute. Aber dazu spule ich mal zurück zum Anfang…

Meinen ersten Trainingsplan habe ich vor ein paar Jahren von meinem Schwager M. bekommen, als ich mich erstmals für ein Fitnessstudio anmeldete. Ich hatte keinen Plan, was ich da tun soll und wie das funktioniert. Er hat mir aufgeschrieben, welche Geräte ich wie benutzen soll, um Fortschritte zu merken. Inklusive Einschulung und der Info, welche Geräte mehr zur Deko dienen. Ich war ob meiner absoluten Ahnungslosigkeit sehr dankbar. Immerhin kann man mit falschem Training seinem Körper auch schaden. Ich habe mich dann ganz brav ein paar Monate an den Plan – einem Schmierzettel – gehalten, bis M. ihn angepasst hat. Irgendwann wusste ich dann selbst ganz gut, was ich zu tun habe und was Sinn macht.

Fürs Laufen hatte ich keinen Plan. Ich lief einfach drauf los und so weit ich wollte. Wie du in früheren Posts schon gelesen hast oder nachlesen kannst, war das nicht allzu weit. 😉

Als ich letztes Jahr dann das Ziel hatte, den Frauenlauf (10 Kilometer) in unter einer Stunde zu finishen, habe ich die Laufpläne der Veranstalterin verwendet, war damit aber überhaupt nicht glücklich. 1000 Meter-Intervalle waren mir schlichtweg zu viel. Eh logisch, so ein Plan aus dem Internet kann ja auch nicht auf meine spezifischen Bedürfnisse abgestimmt sein. Noch dazu hatte ich keine Ahnung, was ein GAT sein soll. Mittlerweile weiß ich es zwar, trainiere aber auch jetzt noch nicht in Pulsbereichen. Dabei könnte ich es im Gegensatz zu damals. Immerhin kann meine Laufuhr den Puls am Handgelenk messen. Die Laufuhren mit Pulsgurt sind zwar vermutlich genauer, aber für meine Zwecke reicht die Handgelenkmessung vollkommen. Außerdem hasse ich diese Gurte…

Erst als ich entschied, meinen ersten Halbmarathon zu laufen, beschloss ich, es g’scheit anzugehen und nahm mir meine jetzige Trainerin D. Über eine Bekannte wurde sie mir empfohlen und bei unserem ersten Treffen fühlte ich mich gleich in guten Händen. Seit ich nach Plan trainiere, merke ich viel mehr Fortschritte. D. weiß genau, wann was passend ist. Sie bringt aber auch viel Abwechslung in mein Training. Und sie betont, dass ein Plan zwar gut ist, man sich aber nicht immer dran halten kann und muss. Wenn sich beispielsweise eine andere Einheit ergibt oder gerade mehr Spaß macht, dann ist das auch super. Und natürlich muss man auch manchmal Pausen machen, obwohl im Plan keine vorgesehen sind. Wenn ich mal unvernünftig bin und nicht so sehr auf die Signale meines Körpers hören will, kommt D. und weist mich darauf hin. Gleichzeitig pusht sie mich aber auch bei gemeinsamen Einheiten, damit ich mehr aus mir heraushole. Und genau dafür habe ich meine Trainerin!

Eigentlich hatte ich vor, nach dem Halbmarathon wieder ohne Plan zu traineren, doch nach 11 Monaten mit Plan will ich gar nicht mehr ohne. Die Fortschritte, die ich im letzten Jahr gemacht habe, sind für mich Beweis genug, dass es für mich sinnvoll ist.

Natürlich heißt das nicht, dass jede_r einen Trainingsplan braucht. Wenn du einfach gerne eine Runde läufst und das so für dich passt oder du dich selbst auskennst und weißt, was du tust: Go for it! Eines ist am wichtigsten: Es soll Spaß machen. 🙂

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2 Replies to “(K)ein Plan? Trainingsplan ja oder nein?”

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