Diese Woche bin ich etwas spät dran mit meinem Countdown… Aber besser spät als nie! Übrigens auch mein Motto für den Halbmarathon. 😉 Der findet übrigens in 4 Wochen statt.

Warum ich so wenig von mir hab hören lassen, hat folgenden Grund: Ich war auf einer Fachtagung inklusive Übernachtung. Dort waren alle möglichen Leute, die mit Jugendlichen arbeiten – so wie ich ja auch. Tagsüber gab es Seminare und abends stand Socializen am Programm. Alles in allem sehr fein.

Was weniger super war, war eine Erfahrung, die ich sehr häufig auch in ganz anderen Kreisen immer wieder mache: Manche Menschen wachsen aus der Peerpressurephase nicht heraus. Dieses Gruppenzwangphänomen wird ja häufig bei Jugendlichen diskutiert, doch auch Erwachsene sind da oftmals nicht besser. Das kann sich in ganz vielen Bereichen zeigen. Bei mir war es der Verzicht auf Alkohol während des Netzwerkens am Abend. Ich wurde nicht nur argwöhnisch angeschaut oder belächelt… Nein, mich wollten sehr viele Leute überreden, etwas zu trinken. Ich weiß nicht so recht, warum das so vielen – meist mehr oder weniger fremden – Menschen so wichtig war. Das ist für mich schon ein wenig suspekt. Wenn ich ihnen dann gesagt habe, dass es mich erstens nicht stört, keinen Alkohol zu trinken, und ich zweitens besonders gerne darauf verzichte, weil ich in vier Wochen meinen ersten Halbmarathon laufe, wurde ich besonders belächelt. Manche waren geradezu panisch! Als wäre ich ein Alien. „Wie, du kannst auch ohne?“ oder „Aber der Halbmarathon ist doch erst in vier Wochen! Wieso sollte man da nichts trinken?“ habe ich an diesem Abend sehr häufig gehört. Mein Favorite: „Das kann deinem Körper aber nicht gut tun, wenn du ihn so plötzlich entwöhnst vom Alkohol.“ Dazu muss ich wohl erwähnen, dass ich seit ich Sport mache und auf gesunde Ernährung achte allgemein nicht besonders oft Alkohol trinke.

Im eigenen Freundeskreis ist die erste Frage meistens „Bist du schwanger?“ mit einem nicht besonders unauffälligen Röntgenblick Richtung Bauch. Die „Sportausrede“ wird auch hier eher belächelt.

Dabei geht es mir schlichtweg darum, meinen Körper so kurz vorm Halbmarathon zu stärken, gut zu behandeln und ihm die Regeneration nicht noch zu erschweren. Was daran jetzt so tragisch sein soll, verstehe ich nicht so ganz. Naja, muss ich ja auch nicht. Ist ja andersrum scheinbar auch nicht so wichtig.

Ich habe es jedenfalls geschafft, den Abend ohne Alkohol zu „überstehen“. Unangenehm war neben den blöden Fragen auch das Passivrauchen, das meiner Lunge und meinem restlichen Körper nicht gut getan hat. Aber gut, ich hätte ja auch gehen können… Wollte ich aber nicht, weil ich Netzwerken sehr wichtig und spaßig finde. Also habe ich es in Kauf genommen. Außerdem ist es bei solchen Treffen oft gar nicht so leicht, dem Rauch zu entkommen. Ich als penetrante Nichtraucherin habe da absolut keine Macht.

Schade daran finde ich vor allem, dass es hier um Menschen geht, die Jugendliche in der Entwicklung von Gesundheitskompetenz unterstützen sollen. Wie das gehen soll, wenn manche Personen selbst keinen Plan davon haben, bleibt für mich offen… Ich meine damit nicht diejenigen, die sich ab und zu ein paar Gläser gönnen oder ausnahmsweise mal ein paar Zigaretten rauchen, sondern Leute, deren Lebensrealität nicht ohne Suchtmittel wie Alkohol oder Nikotin auskommt.

Ich habe mich bei meinem Körper am nächsten Tag für das Passivrauchen entschuldigt, indem ich die Turnmatte meiner Kollegin A. ausgerollt und meine Sensomotorik-Einheit gemacht habe. A., nochmals danke fürs Matte mitschleppen! 🙂

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One Reply to “„Wie, du trinkst nichts?“ Man ist nie zu alt für Gruppenzwang…”

  1. Dieses Überreden-Wollen habe ich auch schon mehrfach erlebt und finde es sehr seltsam.

    Die „Pointe“ deines Textes war für mich eindeutig dieser Satz:
    „Schade daran finde ich vor allem, dass es hier um Menschen geht, die Jugendliche in der Entwicklung von Gesundheitskompetenz unterstützen sollen.“

    Gesundheitskompetenz? Läuft. 🙁

    Ich selbst trinke auch nichts und das – bis auf die ein oder andere klitzekleine Ausnahme in Form eines Biermischgetränks, von dem mich dann ein, zwei Gläser schon aus den Socken hauen – seit bestimmt gut drei Jahren. Das kam aber eher „automatisch“ und nicht so sehr bewusst. Ich habe einfach immer mehr Sport gemacht und da ist Alkohol einfach nicht förderlich.

    Liebe Grüße (und weiterhin gutes Training!)
    Katja

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