Wenn man diesem Spruch Glauben schenkt, bin ich Trockenobst, Joghurt mit Honig, Sushi, Kichererbsen und Gemüse – meistens nicht gleichzeitig natürlich. Also eh ganz fein. 😀

Heute möchte ich mich ein bisschen mit gesunder Ernährung befassen. Dafür werde ich mal wieder einen Blick in meine Vergangenheit wagen…

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, habe ich eine Schilddrüsenunterfunktion. Das heißt, dass meine etwas verkleinerte Schilddrüse nicht so viele Hormone produziert, wie sie sollte und wie mein Körper bräuchte. Das ist bei mir nicht allzu tragisch, weil ich mittlerweile seit Jahren die fehlenden Hormone jeden Tag in der Früh in Tablettenform einnehme. Das nervigste daran ist, dass ich sie täglich nach dem Aufstehen nehmen muss und dann eine halbe Stunde nichts essen darf. That’s it. Da sind andere mit Schilddrüsenunterfunktion schlimmer dran.

Ein Symptom der Schilddrüsenunterfunktion ist allerdings Gewichtszunahme. Bei mir hat das vor ein paar Jahren dazu geführt, dass ich innerhalb kurzer Zeit recht viel zugenommen habe. War ich davor schon nicht allzu zufrieden mit meinem Gewicht, das bei einer Größe von etwa 1,76cm immer zwischen 75 und 80kg lag, war ich nach der Gewichtszunahme richtig unglücklich.

Schon als Kind und Jugendliche habe ich oft gehört, dass ich zu dick bin. Wenn man mich damals gefragt hätte, hätte ich mich definitiv als fett beschrieben. Mittlerweile muss ich schmunzeln, wenn ich mir alte Fotos anschaue, weil ich mich jetzt nicht mehr als fett beschreiben würde auf diesen Fotos. Das zeigt mir, wie viel Einfluss Stigmatisierung von außen auf das innere Wohlbefinden haben kann. Ich konnte meinen Körper absolut nicht leiden und habe ihn nicht geschätzt.

Irgendwann war ich dann aber mit 95kg tatsächlich zu schwer. Ich fühlte mich unbeweglich und furchtbar. Also begann ich – wie bereits in anderen Einträgen erwähnt – mit dem Sport. 3kg wurde ich so los, ohne an meinem Ernährungsverhalten etwas zu ändern. Mehr ging nicht weg. Da mir 92kg noch immer zu viel waren, überredete mein Partner P. mich dazu, gemeinsam zur Ernährungsberatung zu gehen. Nicht, weil er mich dünner haben wollte, sondern weil er merkte, wie unglücklich ich mit mir und meinem Körper war. Außerdem wollte er ebenfalls einiges an Gewicht verlieren. Wenn man gemeinsam wohnt wie wir ist es noch dazu einfacher, so etwas gemeinsam anzugehen. Es gibt nichts Schlimmeres beim Abnehmen, als wenn du gesundes Zeug isst, während dein_e Partner_in am Sofa sitzt und Chips und Pizza futtert.

Anfangs wollte ich nicht zur Ernährungsberatung. Ein halbes Jahr lang habe ich mich geweigert. Ich wollte mir nichts verbieten lassen von so einem Mager-Mäuschen, das so aussieht, als würde sie nie essen. Und zahlen wollte ich schon gar nicht dafür. Immerhin hatte ich bitteschön Ernährungsunterricht in der Schule! Doch ein weiterer Morgen auf der Waage brachte mich dann so zur Verzweiflung, dass ich hinging.

Im Nachhinein bin ich unendlich dankbar für die Zeit. Es wurde mir nichts verboten, sonst hätte es sicher nicht so gut funktioniert. Es war auch keine einseitige Diät. Wir lernten schlichtweg, wie wir uns gesund und nachhaltig ernähren können. Natürlich war es nicht immer leicht, aber zu zweit war es auch oft sehr spaßig. Es war zwar wirklich nicht günstig, aber es war jeden Cent wert. Das Teuerste am Projekt Ernährungsumstellung war übrigens das Kleidung kaufen nachher. 😉

Wie lief das ganze ab?

Wir gingen einmal pro Woche in das Institut, um gewogen und gemessen zu werden. Waage – Maßband – BIA-Analyse. Letztere war für mich besonders wichtig, denn dabei wird der Fett-, Muskel- und Wassergehalt gemessen. Dadurch sieht man viel eindeutigere Resultate als auf der Waage. Manche Frauen tendieren wie ich zyklusbedingt zu Wassereinlagerungen, die auf der Waage zu einem verfälschten Bild führen können. Superfrustrierend, wenn man das nicht weiß. Erst bei der BIA-Analyse haben sich die wirklichen Fortschritte gezeigt.

Nach der Messung wurde die vergangene Woche reflektiert und es konnten etwaige Fragen und Wünsche besprochen werden. Anschließend erhielten wir Ernährungspläne für eine Woche. Die Pläne enthielten mal mehr, mal weniger aufwändige Rezepte. Es gab verschiedene Frühstücksvariationen, zwei Zwischensnacks (Eiweiß und Obst), eine kalte Mahlzeit und warme Rezepte. Wann gekocht und wann kalt gegessen wurde, entschieden wir je nach Tagesablauf. Die Rezepte waren fast alle sehr gut. Nur Hüttenkäse in warmen Rezepten wurde recht schnell auf unsere Was-Wir-Nicht-Wollen-Liste gesetzt. Dafür erhielten wir gesunde Varianten von klassischen, eher ungesunden Rezepten – beispielsweise Lasagne.

Das Fett purzelte, die Muskeln wuchsen. Nach sieben Monaten haben wir pro Person etwa 24kg abgenommen. Mein Mindestgewicht lag bei 68kg.

Wir hatten zwei Berater_innen: Ein dünnes Mäuschen und ein Mann, der selbst einmal 150kg hatte und abgenommen hat. Die Kombination von beiden war für uns optimal.

Neben gesunder Ernährung habe ich gelernt, meinen Körper zu lieben und zu respektieren. Sich ungesundes Zeug reinziehen ist auf die Dauer kein Ausdruck der Wertschätzung. Außerdem habe ich gelernt, dass man sowas wie Körpergewicht nicht verheimlichen muss. Wenn man manche Menschen – meiner Erfahrung nach meist Frauen – fragt, wie viel sie wiegen, sind sie oftmals schockiert. Bei Männern habe ich so eine Reaktion seltener gesehen. Das finde ich schade. Immerhin ist das nur eine Zahl. Vom BMI fang ich jetzt gar nicht erst an… Der ergibt nämlich keinen Sinn, sobald man sportlicher ist. Es ist egal, was die Waage oder der BMI sagen. Hauptsache, du fühlst dich in deinem Körper wohl und behandelst ihn mit Respekt.

6 Replies to “Du bist, was du isst? Tipps für eine gesunde Ernährung!”

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